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Wirtschaft

Metall-Branche schrumpft heuer um ein Viertel

Von OÖN   04. Juni 2020 00:04 Uhr

Metall-Branche schrumpft heuer um ein Viertel
Obmann Christian Knill

WIEN. Fachverband spricht vom "schlimmsten Jahr seit 75 Jahren" und fordert Entlastungen von der Regierung

Die Coronakrise trifft die heimische Metallindustrie mit voller Wucht. "Wir erwarten das schlimmste Jahr seit 75 Jahren", sagte der Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie in der Wirtschaftskammer Österreich (FMTI), Christian Knill, gestern in Wien.

Laut einer Umfrage unter Mitgliedsbetrieben könnte der Branchenumsatz heuer um ein Viertel schrumpfen. Nach Ende der Kurzarbeit im Herbst seien tausende Jobs bedroht. Wie groß der Beschäftigungsabbau ausfallen werde, sei aktuell "schwer zu sagen", sagte Knill. Wenn man den erwarteten Rückgang der Wirtschaftsleistung in Österreich für 2020 heranziehe, dann könnten schätzungsweise 7000 Arbeitsplätze wegfallen.

"Die Kurzarbeit ist kein Allheilmittel. Wichtig ist, dass die Märkte anspringen", sagte Knill. Am stärksten von der Coronakrise betroffen seien Produzenten für die Automobilindustrie und Gießereien, am wenigsten Hersteller für Bauunternehmen. Das Vorkrisenniveau werde erst 2022 bis 2024 wieder erreicht, erwartet der FMTI-Obmann. Neben dem Auftragsrückgang seien die Sicherung der Liquidität und Geschäftsreise-Probleme die drängendsten Themen der Betriebe. Aufgrund der Corona-Grenzsperren weltweit waren Abnahme, Fertigstellung und Montage von Anlagen oftmals nur schwer möglich.

Aufgrund der fehlenden Aufträge haben sich 900 Firmen der Metalltechnischen Industrie mit 68.000 Mitarbeitern für die Corona-Kurzarbeit entschieden. Die Arbeitszeit wurde im Schnitt um die Hälfte reduziert. In der Finanzkrise 2008/09 waren es 20.000 Beschäftigte, die ihre Arbeitsdauer um ein Viertel verringerten. Weil die Betriebe im März zuerst Urlaub abbauen ließen, stellten sie ihren Kurzarbeitsantrag erst im April und mussten dann aufgrund tausender Anträge länger warten.

Der Fachverband fordert von der Regierung Entlastungen, damit die Branche nach der Coronakrise wieder durchstarten könne. Es gehe um "Anreize für Investitionen, Erleichterungen beim Aufbau von Eigenkapital und Steuersenkungen", sagte Knill.

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