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Wirtschaft

Lagarde dämpft Erwartungen bei der Geldpolitik

04. Dezember 2021 00:04 Uhr

Lagarde dämpft Erwartungen bei der Geldpolitik
EZB-Chefin Christine Lagarde

FRANKFURT. Wegen der hohen Inflation und der neuen Corona-Varian-te sollte sich die Europäische Zentralbank (EZB) laut ihrer Chefin Christine Lagarde nicht zu lange festlegen, was ihre Geldpolitik angeht.

Damit dämpft sie die Erwartungen für die Mitte Dezember stattfindende Sitzung des EZB-Rates. Für diese war erwartet worden, dass die EZB festlegt, ob und wann sie ihr Notfallprogramm PEPP auslaufen lässt, und erste Andeutungen über eine mögliche Zinswende machen werde, wie dies die US-Notenbank Federal Reserve bereits gemacht hat.

Sie sei zuversichtlich, dass das auf 1,85 Billionen Euro ausgelegte Notfall-Anleihenkaufprogramm PEPP im März enden könne. Doch auch wenn es dann keine Zukäufe mehr geben werde, würden auslaufende Papiere im Rahmen des Programms weiter ersetzt, sagte die Französin in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters.

Offenbar scheuen viele EZB-Räte eine frühzeitige Festlegung, wie es nach dem Ende von PEPP mit Anleihekäufen, etwa über das kleinere Programm APP, weitergehen soll. Die EZB wird nach Ansicht ihres Vizechefs Luis de Guindos allerdings auch nach einem Ende von PEPP Anleihenkäufe als Konjunkturstütze nutzen.

Lagarde bekräftigte zugleich, dass eine Zinserhöhung im kommenden Jahr sehr unwahrscheinlich sei. Doch wenn die Bedingungen für eine Straffung gegeben seien, stehe die Notenbank bereit, ohne Zögern zu handeln.

Die EZB hat die tiefen Zinsen in ihrem Ausblick praktisch auf lange Zeit festgeschrieben. Sie will sie solange auf dem aktuellen oder einem noch tieferen Niveau halten, bis zu sehen ist, dass die Inflation zwei Prozent erreicht und sich dort auch festsetzt. Der Leitzins beträgt seit März 2016 0,0 Prozent.

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