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Köstinger im Clinch mit dem Lebensmittelhandel

20.September 2021

Köstinger im Clinch mit dem Lebensmittelhandel
Bekenntnis zu Bauern gefordert.

Die Bauern hätten keine Chance gegen deren Übermacht. "Das ist kein fairer Wettbewerb, das sind unfaire Praktiken", so Köstinger.

Die Ministerin sieht ein preisliches Missverhältnis: "Steigen die Preise für Konsumenten, schöpft der Handel diese Marge ab und gibt sie nicht an die Bauern weiter. Zahlen die Konsumenten weniger, trägt das nicht der Handel, sondern der Bauer bekommt entsprechend weniger." Die Kundschaft werde getäuscht, der Preiskampf finde jeden einzelnen Tag am Regal statt.

Bauernbundchef Georg Strasser sieht Mitverantwortung bei den Handelsriesen für den Strukturwandel in der Landwirtschaft. Er fordert eine gesetzliche Regelung zum Schutz kleiner Erzeuger vor unfairen Praktiken. Als "klarer Gewinner" der Krise sei der Lebensmittelhandel gefordert, sich zu den vorgelagerten Bereichen zu bekennen, sagte Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger.

Der Handel reagierte empört auf die Attacke der Ministerin: Man weise "die pauschalen und unsachlichen Unterstellungen" sowie "die deplatzierte Wortwahl" im Namen der gesamten Branche aufs Schärfste zurück, sagte Spartenobmann Christian Prauchner. Die Pandemie habe gezeigt, "wie gut die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Lebensmittelhandel in Österreich funktioniert".

Ruf nach Mediationsstelle

"Offenbar versucht Frau Köstinger, mit einseitigen Darstellungen bei ihrer Klientel politisch zu punkten", sagte der stellvertretende Obmann Christof Kastner. Der Geschäftsführer des Handelsverbands, Rainer Will, wiederum pocht auf die Schaffung einer Mediationsstelle.

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29. November 2021