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Sechs Tipps für höhere Motivation der Lehrlinge

Von Sonderthemen-Redaktion   17.Oktober 2020

Transparenz und die nötige Work-Life-Balance sind für die Motivation der Berufseinsteiger bedeutend.

Mit August und September haben viele Jugendliche in Österreich ihre duale Ausbildung zum gewünschten Lehrberuf begonnen. Für die meisten von ihnen ist der Umstieg von der Schule direkt ins Berufsleben eine Herausforderung. Wie sich die Berufsanfänger machen und ob sie gute Leistungen erbringen, hängt dabei von den Vorgesetzten ab, wie auch Julia Frankl, HR-Managerin der List Group, weiß. Sie gibt sechs Tipps, mit denen die Motivation der Lehrlinge gesteigert werden kann. So gewinnt man im besten Fall nicht nur engagierte Auszubildende, sondern auch leistungsfähige neue Mitarbeiter.

Junge Menschen zu motivieren, will gelernt sein. Klassische Faktoren, wie etwa Geld, spielen dabei nicht zwingend die wichtigste Rolle. Die junge Generation hat andere Werte und Anforderungen. So sind zum Beispiel Transparenz und Work-Life-Balance wichtig. Wie man Lehrlinge optimal motiviert, verrät Julia Frankl, die aktuell 32 Berufsbeginner begleitet.

1
Offene Kommunikation: Ob betriebsinterne Themen, Lob, Kritik oder auch die Motivation selbst, Lehrlinge sollen offen über ihre Ausbildung kommunizieren dürfen. Regelmäßige Feedback-Gespräche sind hier sehr ratsam. "Ausbildungsverantwortliche sollten signalisieren, dass sie immer ein offenes Ohr für die Belange von Lehrlingen haben. Denn eine niveauvolle Gesprächskultur wirkt sich positiv auf deren Zufriedenheit aus", erklärt Julia Frankl.

2
Vertrauen und Verantwortung geben: Sicher gibt es Tätigkeiten, bei denen sich Lehrlinge noch nicht auskennen, weil ihnen die nötige Erfahrung fehlt. Dennoch sollte man ihnen auch wichtige Aufgaben zutrauen und ihnen Verantwortung übertragen. Das vermittelt Wertschätzung und führt in vielen Fällen zu mehr Engagement. Wer das Potenzial jedes Einzelnen nutzen möchte, sollte deshalb die Selbstständigkeit im Laufe der Ausbildung sukzessive erhöhen.

3
Freizeit als Leistungsmotiv: Die Generationen Y und Z legen größeren Wert auf Lebensqualität. Die Gestaltung der Freizeit spielt dabei eine wesentliche Rolle. Das Stichwort hier lautet flexible Arbeitszeiten. "Junge Menschen sind vermehrt auf der Suche nach Jobs, bei denen sie ihre Arbeitszeit – soweit innerhalb der Kernzeiten möglich – selbst einteilen können", verrät Julia Frankl. Darüber hinaus ist es wichtig, dass Lehrlinge im Normalfall keine Überstunden machen und ihre Pausenzeiten einhalten können.

4
Empathie zeigen: Da nicht jeder Tag gleich ist und damit auch die Motivation der Lehrlinge gewissen Schwankungen unterliegt, ist es oftmals erforderlich, Empathie zu zeigen. Sich in die Auszubildenden hineinzuversetzen, hilft, eine Einschätzung über die aktuelle Situation zu gewinnen. Darauf einzugehen und so das Interesse der jungen Menschen wieder zu steigern, ist eine Qualität erfahrener Ausbildender.

5
Lob als Motivationsbooster: Leider unterschätzen viele Ausbildende die Wirkung von Lob und Anerkennung. Dabei wirkt sich eine Bestärkung nicht nur positiv auf das Selbstwertgefühl aus, sondern birgt ein hohes Motivationspotenzial. Doch Lob ist nicht gleich Lob. Eine inflationäre Verwendung sollte vermieden werden. Jede Anerkennung sollte glaubwürdig sein und nur auf tatsächlich erbrachte Leistungen folgen. "Eine besondere Form der Wertschätzung können Lehrlingsausflüge sein. Sie stärken nicht nur die Motivation, sondern auch den Teamgeist", erklärt Julia Frankl.

6
Aufstiegsmöglichkeiten bieten: Ein weiterer Aspekt, der viel zu selten oben auf der Motivationsliste steht: die Möglichkeit für Lehrlinge, im Unternehmen später aufzusteigen. Denn wenn Lehrlinge merken, dass sie neben ihrer erbrachten Leistung kaum Aufstiegschancen haben, dann wird auch die Motivation schnell schwinden.

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28. November 2021