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Jugend und Beruf

"Junge Pflege" startete mit drittem Lehrgang

Von Sonderthemen-Redaktion   17. Oktober 2020 00:04 Uhr

Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer und Direktorin Wilma Steinbacher mit 28 neuen Schülern in Linz

Seit 2018 ist es möglich, direkt nach der Pflichtschule eine Ausbildung als Fach-Sozial-Betreuer Altenarbeit zu beginnen

Mit dem Start des Pilotlehrgangs "Junge Pflege" im Herbst 2018 wurde es Jugendlichen erstmals ermöglicht, direkt nach dem Pflichtschulabgang eine Ausbildung als Fach-Sozial-Betreuerin und -Betreuer Altenarbeit zu beginnen. Zuvor war das erst ab dem 17. Lebensjahr möglich. Die meisten Jugendlichen orientieren sich beruflich aber bereits nach dem Abschluss der Pflichtschule. Dadurch gingen viele sozial engagierte Jugendliche andere Wege und der beruflichen Tätigkeit in der Altenbetreuung verloren. Mit dem Lehrgang "Junge Pflege" konnte Landesrätin Birgit Gerstorfer gemeinsam mit der Altenbetreuungsschule des Landes Oberösterreich eine gute Lösung entwickeln, die eine optimale Ausbildungsmöglichkeit für Jugendliche bietet.

"Es freut mich sehr, dass diese neue Ausbildungsform den Praxistest erfolgreich bestanden hat und von den Jugendlichen positiv angenommen wird. Das Pilotprojekt startete 2018 mit einer Klasse in Linz. Im Jahr darauf konnte ein weiterer Lehrgang in Linz begonnen werden und zusätzlich startete in Ried im Innkreis ein neuer Standort", sagt Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer.

Zum Schulstart am 14. September 2020 wurden zwei neue Lehrgänge gestartet: einer in Linz mit 28 Teilnehmerinnen und Teilnehmern und ein weiterer am zusätzlichen Standort in Andorf mit einer Teilnehmeranzahl von zehn Personen. "Insgesamt konnten wir bereits 86 Jugendliche für eine Ausbildung in der Altenbetreuung gewinnen. Das ist ein wirklich toller Erfolg", sagt Gerstorfer.

Einige Jugendliche, die letztes Jahr in Ried im Innkreis ihre Ausbildung begonnen haben, berichten sehr positiv über ihre Beweggründe, diesen Berufsweg einzuschlagen, und die Vorteile des Lehrgangs. Auf die Frage, warum sie die Ausbildung der Jungen Pflege begonnen hat, antwortet Nina: "Ich war einmal schnuppern in einem Altenheim und das hat mir sehr gefallen und dann habe ich mich informiert und ich finde es total super, dass man schon mit 16 in die Junge Pflege einsteigen kann."

Und Marie meint: "Mir hat der Umgang mit Menschen schon immer sehr gefallen und am besten ist eigentlich, dass man sehr viel Praxis hat, im Gegensatz zu anderen Ausbildungen."

Die Ausbildung umfasst einen medizinischen Teil, einen pflegerischen Teil, der die Pflegeassistenz mit Tätigkeiten rund um Körperpflege und Mobilisation umfasst, und einen sozialbetreuerischen Teil, indem der Umgang mit älteren Menschen gelehrt wird. Im ersten Jahr bekommen die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die Aufgaben für die Betreuung und Pflege älterer Menschen und es werden grundlegende soziale Kompetenzen sowie Kommunikationskompetenzen erworben.

Praxis kommt nicht zu kurz

Auch der praktische Teil kommt nicht zu kurz. In einem vom Pflege- und Altenheim zur Verfügung gestellten Raum haben die Auszubildenden die Möglichkeit, Erlerntes vorerst an ihren Mitschülern zu üben. Zum Heranführen in den Beruf und den Kontakt mit älteren Menschen werden mit den Heimbewohnern verschiedene Aktivitäten unternommen, wie Brettspiele spielen, sportliche Übungen oder gemeinsame Ausflüge.

Im Zentrum des zweiten und dritten Lehrjahres steht dann der Erwerb der fachlichen Kompetenz durch Theorie und Praktikumsblöcke. Die Ausbildung dauert drei Jahre und wird somit, wie bisher beim Beginn ab 17 Jahren, mit dem 19. Lebensjahr abgeschlossen. Die Auszubildenden sind somit unmittelbar danach befähigt, in Heimen oder bei Mobilen Diensten als FSBA zu arbeiten.

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