Menge an Kindergärten hilft allein nicht, sie müssen länger offen haben

Der Kindergarten wirkt sich positiv auf die Elementarbildung aus. (Colurbox) Bild: evgeny atamanenko

EcoAustria-Studie erforscht, warum zu wenige Frauen Vollzeit arbeiten.

Auch wenn in den vergangenen Jahren viel Geld in den Ausbau von Kindergärten floss, so reichte es dennoch nicht, um signifikant mehr Frauen in Vollzeitjobs zu bekommen. Das wiederum wirkt sich auch auf die Löhne und in späterer Folge auf die Pensionen von Frauen aus. Eine Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung EcoAustria befasst sich mit der Frage, woran das liegt.

Monika Köppl-Turyna, Co-Autorin der Studie, sieht in den Öffnungszeiten der Kindergärten eine der Ursachen. "Eine Öffnungszeit von unter neun Stunden am Tag ermöglicht im Allgemeinen keine Vollzeitarbeit beider Elternteile", sagt die Ökonomin.

Tatsächlich weise Wien mit 11,5 Stunden am Tag das umfassendste Betreuungsangebot auf. In Oberösterreich und Vorarlberg betrage die durchschnittliche Öffnungszeit pro Tag nur acht Stunden. Beide Bundesländer seien damit die Schlusslichter in Österreich.

Effizienzpotenziale heben

Längere Öffnungszeiten seien jedoch auch eine Kostenfrage. Hinzu komme, dass nicht jede kleine Gemeinde tatsächlich einen eigenen Kindergarten brauche. "Durch Kooperationen und Fusionen von Einrichtungen können Effizienzpotenziale gehoben werden, die zur Finanzierung der zeitlichen Ausweitung des Angebots genutzt werden können", ist die Studienautorin überzeugt. Allerdings fehlen derzeit die Anreize für die Kooperation von Gemeinden und Trägern.

In Oberösterreich gebe es bereits Positivbeispiele von Kooperationen. Monika Köppl-Turyna weist in der Studie etwa auf Grieskirchen hin, wobei dort die Stadt auch ihre Umlandgemeinden bei der Kinderbetreuung miteinbeziehe.

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