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Karriereportraits

"Ich gehe mit all meinen Gründern segeln"

Von Susanna Sailer  18. Juli 2020 00:04 Uhr

"Ich gehe mit all meinen Gründern segeln"
Polagnoli gewann 1997 mit Helmut Vogl die Segelstaatsmeisterschaft.

Investmentmanager Lucanus Polagnoli steuert Start-ups mit Risikokapitalfonds durch erste Business-Stürme.

Die Corona-Krise zeigt, wie schnell sich der Wind drehen und Sturm aufziehen kann. Der gebürtige Linzer mit Triester Wurzeln, Lucanus Polagnoli, der am Attersee aufwuchs, weiß nicht nur als passionierter Segler damit umzugehen. Als Investmentmanager hat er mit Business Angel Hansi Hansmann den Risikokapitalfonds "Calm/Storm" ins Leben gerufen. "Im Sturm heißt es, Ruhe zu bewahren. Darauf spielt der Name an", sagt Polagnoli. Der 42-Jährige will Start-up-Gründern, die sich mit digitalen Lösungen für Gesundheitsvorsorge und zur Unterstützung bei chronischen Erkrankungen beschäftigen, in ihrer ersten Unternehmensphase finanziell unter die Arme greifen. Im Gegenzug geht er eine Unternehmensbeteiligung in Höhe von drei bis zehn Prozent ein.

"Die Corona-Krise hilft uns sogar, auch wenn keiner jubelt, da viele Start-ups stark darunter leiden. Aber aus der digitalen Gesundheitswelle, die aus den USA zu uns schwappte, wurde dadurch ein Tsunami", meint der dreifache Vater, dessen Familie in Wien und Seewalchen wohnt. Wurden hierzulande vor kurzem Themen wie Telemedizin und digitale medizinische Lösungen noch milde belächelt, so habe ein Umdenken eingesetzt. Polagnoli: "Die positive Wahrnehmung, was digitale Produkte in Zusammenhang mit Gesundheit und Vorsorge können, wird bleiben, auch wenn Corona geht."

Polagnoli selbst hat sein Handwerk von der Pike auf gelernt. Dass er Manager werden wollte, wusste er bereits als Kind. Der Vorstandsvorsitzende der einstigen Staatsholding ÖIAG, Peter Michaelis, damals dessen Nachbar am Attersee, riet ihm, beim Wirtschaftsprüfer KPMG anzuheuern. Dort könne er lernen, wie Unternehmen funktionieren. Der junge WU-Absolvent beherzigte diesen Ratschlag. Später wechselte er für zwei Jahre als Assistent zu Sanierer Erhard Grossnigg. Dort kümmerte er sich als Interimsmanager u.a. um die einstige Kneissl-Marke Dachstein. Doch dann lernte er in einem Wiener Kaffeehaus über einen gemeinsamen Bekannten Hansi Hansmann kennen. Dieser holte ihn als Partner und Finanzchef zum Risikokapitalfonds Speedinvest. "Hansi ist für mich zum väterlichen Freund geworden", sagt Polagnoli, der nun den Fonds "Calm/Storm" managt. Zwölf Start-ups hat er bereits im Portfolio.

Zuhören und sich austauschen

Die Jungunternehmer werden auch gecoacht. Polagnoli: "Ich gehe mit all meinen Gründern segeln. Am Boot sind die meisten in einem Umfeld, in dem sie sich unsicher fühlen. Sie schauen, was die anderen machen, und hören zu. Das ist ein erster Lerneffekt."

Viele Jungunternehmer würden meinen, dass sie, wäre viel Geld vorhanden, einem Sturm ausweichen könnten. Das funktioniere aber nicht. Stattdessen müssten sie lernen, mit Stürmen umzugehen.

Ein Einziger ist übrigens bis jetzt noch kein einziges Mal auf Polagnolis Boot gesessen: Der begeisterte Mountainbiker Hansi Hansmann. "Jetzt wäre es höchst an der Zeit", sagt Polagnoli und lacht.

Artikel von

Susanna Sailer

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