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Aus- und Weiterbildung

Welser HTL-Schüler wollen Planetenseilbahn konstruieren

Von Erik Famler   25. April 2018 08:27 Uhr

Produktentwicklung Löffler

Aus 7000 Teilen entstand im Rahmen einer Maturaarbeit ein maßstabgetreues Modell einer kuppelbaren Seilbahn, die künftig für Schulungszwecke eingesetzt werden soll.

Mit roter Krawatte und passendem Stecktuch könnte Maximilian Rudorfer einem Wirtschaftsmagazin entsprungen sein. Als Vorstand eines Konzerns würde er tatsächlich eine gute Figur machen. Dass der Lambacher erst 18 Jahre jung ist und die Matura noch vor sich hat, sieht man dem Schulsprecher und Inhaber eines Start-up-Unternehmens nicht an. Der Notendurchschnitt des Klassen-primus liegt bei 1,0.

Mit seinen Klassenkollegen Patrick Schmidhuber aus Kremsmünster und Martin Reder aus Eggendorf (Mechatronik-Zweig der Welser HTL) präsentierte Rudorfer gestern das Modell einer Seilbahn. Das Dreierteam konstruierte und baute die Anlagen aus 7000 Einzelteilen. 500 Teile wurden an der Schule gefertigt. Die Kleinteile entstanden im 3D-Drucker.

Von der Idee über die Konstruktion bis zur Umsetzung verstrichen 20 Monate. Mit Hilfe engagierter Lehrer gelang den Schülern der Bau eines maßstabgetreuen Funktionsmodells (1:32), das künftig auch zu Schulungszwecken verwendet werden kann.

Seilbahn löst Verkehrsproblem

Der Prototyp der drei HTL-Schüler könnte eines Tages dazu beitragen, die Verkehrsprobleme in urbanen Räumen zu lösen. In Städten wie Lissabon, Köln, Barcelona und La Paz gehören umweltfreundlich betriebene Seilbahnen bereits zum Verkehrsalltag: "Wir würden gerne auch die geplante Kepler-Planetenbahn in Linz konstruieren", betonen die Maturanten selbstbewusst.

"Die Steuerung unserer Seilbahn funktioniert wie bei einer echten Anlage", sagt Rudorfer. Die Idee zur Diplomarbeit kam dem Lambacher beim Vorarlberger Weltmarktführer Doppelmayr, wo er vor zwei Jahren als Ferialpraktikant arbeitete. Während Rudorfer im Rahmen der Maturaarbeit als Projektmanager fungierte, war Patrick Schmidhuber für das Thema Sicherheit zuständig. Mit großem Interesse verfolgte der 20-Jährige daher auch das jüngste Liftunglück in Georgien. Im Rückwärtsgang wurden dabei Skifahrer aus dem Sessellift geschleudert. Es gab viele Verletzte: "Die Ursache war menschliches Versagen aufgrund eines Bedienungsfehlers", weiß Schmidhuber.

Exakte Arbeitsteilung

Martin Reder übernahm die Rolle des Chef-Elektronikers. Die exakte Arbeitsteilung der drei Diplomanden war mit ein Grund, warum die Modell-Seilbahn schulintern als eine der herausragendsten Maturaarbeiten der vergangenen Jahre betrachtet wird.

Die Welser HTL, mit 1700 Schülern eine der größten des Landes, möchte sich die Seilbahn für Präsentationszwecke sichern: "Noch ist nicht entschieden, wo das Modell einmal stehen wird. Wir müssen darüber erst verhandeln", schmunzelt Schuldirektor Anton Schachl. Mit welcher Note die Maturaarbeit der drei HTL-Absolventen bewertet wird, wollten Abteilungsvorstand Bertram Geigl und Werkstättenleiter Christian Lehner noch nicht verraten: "Die Präsentation steht ihnen noch bevor. Ich würde mir aber keine großen Sorgen machen", meinten beide gestern übereinstimmend. 

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