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Wirtschaft

Inflation steigt ungebremst weiter, Wifo erwartet Höhepunkt erst 2023

02. Juli 2022 00:04 Uhr

WIEN. Die Inflationsrate in Österreich ist im Juni laut Schnellschätzung auf 8,7 Prozent gestiegen.

Die Teuerung in Österreich hat sich im Juni weiter beschleunigt. Die Inflationsrate beträgt laut Schnellschätzung der Statistik Austria 8,7 Prozent, nach 7,7 Prozent im Mai. Damit hat die Inflationsrate den höchsten Wert seit September 1975 erreicht. In der Eurozone sind die Verbraucherpreise im Juni um 8,6 Prozent gestiegen – das ist die höchste Inflation seit der Einführung des Euro.

"Mittlerweile hat die Teuerung in nahezu allen Bereichen Fahrt aufgenommen", sagte gestern Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas. "Neben neuerlichen Anstiegen der Treibstoff- und Heizölpreise sehen wir auch in den Restaurants und im Lebensmittelhandel deutliche Preissteigerungen."

Für den Wifo-Ökonomen Josef Baumgartner ist der neuerliche Anstieg nur insofern eine Überraschung, weil die Preise auch bei den Dienstleistungen anziehen. "Die Entwicklung ist aber weiter kompatibel mit unserer Jahresprognose", sagte Baumgartner im Gespräch mit den OÖNachrichten. Eine Entspannung erwartet er in den nächsten Monaten nicht. "Den Peak werden wir zur Jahreswende oder im ersten Quartal sehen." Zweistellige Raten erwartet er für Österreich nicht. "Aber einen Neuner vor dem Komma werden wir mit großer Wahrscheinlichkeit sehen", sagte Baumgartner.

Hauptpreistreiber ist nach wie vor die Energie. Das gilt nicht nur für Österreich. Auch in der gesamten Eurozone sind es vor allem Gas, Treibstoffe und Strom, die das gesamte Preisniveau nach oben treiben. Trotz Tankrabatten und anderer Steuererleichterungen in mehreren Euroländern zogen die Verbraucherpreise im Juni um 8,6 Prozent zum Vorjahresmonat an, nach einem Plus von 8,1 Prozent im Mai, wie das Statistikamt Eurostat gestern auf Basis einer ersten Schätzung mitteilte. Damit steigt der Druck auf die Europäische Zentralbank.

Die Inflation liegt mittlerweile mehr als viermal so hoch wie die Zielmarke der EZB, die zwei Prozent Teuerung für die Wirtschaft als optimalen Wert ansteuert. Die Währungshüter hatten angekündigt, nach Jahren der ultralockeren Geldpolitik in diesem Monat die wichtigsten Zinssätze um jeweils 0,25 Prozentpunkte zu erhöhen – die erste Zinsanhebung seit 2011. Das ist aber aus Sicht vieler Experten zu wenig, um den Preisauftrieb zu stoppen. (hn)

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