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Wirtschaft

Industrie: Hohe Energiepreise bremsen die Erholung

Von OÖN   26. Januar 2022 00:04 Uhr

WIEN / WASHINGTON. Internationaler Währungsfonds reduziert seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft um 0,5 Prozentpunkte auf 4,4 Prozent

"Der Aufschwung wird sich fortsetzen", sagte gestern Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), bei der Präsentation der jüngsten Konjunkturumfrage. Es gebe aber eine Reihe von Störfaktoren, der größte seien die "exorbitant gestiegenen Energiepreise".

Die hohen Preise für Energie hätten viele Ursachen, sagte IV-Chefökonom Christian Helmenstein. Eine davon seien die hohen Kosten für CO2-Emissionszertifikate. "Uns fällt auf den Kopf, dass über die Jahrzehnte die erneuerbaren Energiequellen nicht ausreichend ausgebaut worden sind", sagte Helmenstein. Weil jetzt Gaskraftwerke den Strompreis bestimmen, habe sich dieser vervierfacht.

Die IV fordert jetzt Kompensation seitens der Politik. Denkbar wäre etwa ein Überbrückungsfonds für besonders stark betroffene Unternehmen. Es sei zwar gut, dass die Erneuerbaren-Förderpauschale für heuer ausgesetzt sei, aber es brauche mehr. Es gehöre getan, was im Rahmen der europäischen Regeln möglich sei und andere Nachbarstaaten bereits umsetzten, damit ein Wettbewerbsnachteil ausgeräumt werde, so Neumayer.

So seien auch Stundungen von Steuern und Abgaben für besonders betroffene Firmen angebracht, das könne wie bei den Corona-Hilfen die staatliche COFAG abwickeln.

Gestern hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Prognose für das heurige Wachstum der Weltwirtschaft im Vergleich zur Prognose vom Oktober um 0,5 Prozentpunkte auf 4,4 Prozent gesenkt. Als Grund dafür nannten die IWF-Ökonomen ein etwas schwächeres Wachstum in China und den USA.

Die Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Deutschland in diesem Jahr senkte der IWF auf 3,8 Prozent: um 0,8 Prozentpunkte weniger, als noch im Oktober angenommen. Als Grund nannte der IWF vor allem die anhaltenden Unterbrechungen globaler Lieferketten, die die deutsche Wirtschaft besonders treffen.

Der Währungsfonds hat auch die Inflationsprognose deutlich nach oben korrigiert. Jetzt gehen die IWF-Volkswirte in den Industriestaaten von einer durchschnittlichen Inflationsrate von 3,9 Prozent aus. In der Oktober-Prognose waren es 2,3 Prozent.

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