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Wirtschaft

In den Handelsbetrieben gehen die Reserven aus

02. Dezember 2020 00:04 Uhr

In den Handelsbetrieben gehen die Reserven aus
Dem Handel fehlen die Umsätze.

WIEN. Interessenverband warnt, etliche Händler können Weihnachtsgeld nicht fristgerecht zahlen – Arbeitslosigkeit steigt.

Der coronabedingte zweite Lockdown geht an die Substanz der heimischen Händler. 20 Prozent der Betriebe können die Weihnachtsgelder nicht mehr zeitgerecht überweisen, ergab eine Umfrage des Handelsverbands unter rund 200 Händlern. Im Handelsverband sind viele eigentümergeführte Betriebe organisiert.

25 Prozent können demnach eingehende Rechnungen nicht mehr vollständig bedienen. Die Hälfte der Betriebsinhaber verzichtet auf den Unternehmerlohn.

Die Gewerkschaft der Privatangestellten hat eher Einblick in die größeren, filialbetriebenen Handelsunternehmen. Dort ist in Oberösterreich kein Fall bekannt geworden, bei dem ein Betrieb das Ende November fällige Weihnachtsgeld für die Belegschaft nicht zeitgerecht hätte bezahlen können, heißt es auf OÖN-Anfrage. "Das würde in den nächsten Tagen bei uns aufschlagen", sagt Andreas Stangl, Geschäftsführer in der GPA-djp.

Der Handelsverband schreibt, viele Händler hätten das Weihnachtsgeschäft in Verbindung mit Aktionstagen wie Black Friday und Cyber Monday als Rettungsanker gesehen. Der zweite Lockdown und die Schließung des Non-Food-Handels brachten Umsatzrückgänge von durchschnittlich 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Doch stärkere Einbrüche?

Auch die Aussichten bleiben laut Regioplan bescheiden: Die Handelsforscher gehen davon aus, dass das Weihnachtsgeschäft doch stärker einbrechen wird als bisher angenommen. Regioplan rechnet mit einem Rückgang von mehr als 15 Prozent auf 1,75 Milliarden Euro. Betroffen seien Branchen, "die Waren anbieten würden, die man nicht braucht, sondern will": Mode, Elektronik, Spiele, Schmuck und Reisen.

Die steigenden Arbeitslosenzahlen sind auch nicht geeignet, Kauflaune zu verbreiten. Gestern wurden die Zahlen für November bekannt gegeben: Demnach sind die Arbeitslosenzahlen bundesweit um 25 Prozent höher als Ende November des Vorjahres. Wobei Arbeitsministerin Christine Aschbacher und Johannes Kopf, Geschäftsführer des Arbeitsmarktservice (AMS), darauf hinwiesen, dass im zweiten Lockdown die Arbeitslosenzahlen weniger stark in die Höhe geschnellt seien als im ersten.

Kurzarbeit dämpft Anstieg

Mehr als 276.000 Personen seien darüber hinaus in Kurzarbeit, das drücke die Arbeitslosenzahlen. Davon ein Viertel – 67.000 – in Oberösterreich. Die Kurzarbeit würde sich auch vor allem im Produktionsbereich bewähren, wird der Landesgeschäftsführer des AMS, Gerhard Straßer, in einer Aussendung zitiert.

Zu den Arbeitslosenzahlen im Detail: Die Arbeitslosenquote liegt bundesweit bei geschätzten 9,5 Prozent oder 457.000 Personen. Das sind um 2,1 Prozentpunkte mehr als im November des Vorjahres. Oberösterreich bleibt mit 5,9 Prozent Quote (plus 1,4 Prozentpunkte gegenüber 2019) das Bundesland mit der niedrigsten Quote. 51.000 Personen sind arbeitslos gemeldet oder in Schulung.

Die am stärksten von steigender Arbeitslosigkeit betroffenen Branchen sind der Tourismus, die Sparte Verkehr und der Handel. Kopf erwartet im Winter jeweils eine halbe Million Menschen in Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit. (sib)

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