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Wirtschaft

"Ich fürchte, dass jede dritte Therme nicht aufsperrt"

Von Susanne Dickstein  15. Mai 2021 00:04 Uhr

"Ich fürchte, dass jede dritte Therme nicht aufsperrt"
Thermen-Chef Gerhard Gucher

WIEN. Gerhard Gucher, VAMED-Manager und Thermensprecher, kritisiert die strengen Abstandsregeln.

Kommende Woche dürften auch die heimischen Thermen wieder aufsperren. Viele würden dies dennoch nicht machen, weil es sich wirtschaftlich nicht rechne, sagt Gerhard Gucher, Direktor der VAMED Vitality World und Sprecher der Vereinigung Thermen Plus, der 35 heimische Betriebe angehören.

"Ich fürchte, dass jede dritte Therme nicht aufsperren wird können, weil es sich nicht auszahlt." Die Abstandsregeln in den Thermen sind gegenüber dem Vorjahr noch einmal verschärft worden. Ab kommender Woche gilt: 20 Quadratmeter pro Gast und zwei Meter Abstand. Im Vorjahr war es noch ein Meter. "Das ist nicht nachvollziehbar", sagt Gucher, der sich bei der Ausarbeitung der Regeln mehr Mitsprache durch Praktiker gewünscht hätte.

Die acht Resorts der VAMED Vitality World – darunter Geinberg – seien so großzügig angelegt, dass alle kommende Woche aufsperren würden. Gucher geht davon aus, dass "seine" Thermen nur mit einem Drittel der üblichen Anzahl an Gästen belegt werden können.

Deshalb habe man auch bei den angeschlossenen Hotels nicht die maximale Auslastung zugelassen, obwohl die Nachfrage hoch sein. "Wir planen mit einer Auslastung von 80 Prozent. Zu Pfingsten sind wir in allen Betrieben voll ausgelastet." Die Hotelgäste genießen in den Thermen Priorität. Tagesgäste sollen sich online anmelden, um nicht wegen voller Kapazitäten abgewiesen zu werden. Die Abstandsregeln würden vorerst bis Anfang Juli gelten. "Ich hoffe aber, dass rasch nachgeschärft wird. Anfang Juni wäre uns lieber gewesen", sagt Gucher.

Auf das Corona-Jahr 2020 blickt der VAMED-Thermenchef mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück. Von der Wiederöffnung Ende Mai bis zur Schließung Ende Oktober habe man eine "sensationelle Buchungslage" verzeichnet. Stammgäste, aber auch jene Urlauber, die nicht ins Ausland wollten, seien gekommen.

Dass man allerdings in der Hauptsaison ab November zusperren musste, sei eine große Herausforderung gewesen. Die 1500 Mitarbeiter seien zu 80 Prozent in Kurzarbeit geschickt worden. Gleichzeitig habe man in alle Betriebe investiert. "Wir haben überall kleine, aber feine Verbesserungen durchgeführt."

Noch im Jahr 2019 verzeichnete die Firmengruppe das beste Jahr der Geschichte mit 3,2 Millionen Besuchern in den Thermen.

Artikel von

Susanne Dickstein

stv. Ressortleiterin Wirtschaft

Susanne Dickstein
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