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Wirtschaft

"Großzügigkeit mancher Betriebe ist nicht zu verstehen"

Von OÖN   20. Mai 2022 00:08 Uhr

"Großzügigkeit mancher Betriebe ist nicht zu verstehen"
Spitzenreiter OMV zahlt Anteilseignern 752 Millionen Euro aus.

WIEN. ATX-Konzerne schütten 3,5 Milliarden Euro an Dividenden aus

Die im Leitindex ATX gelisteten Konzerne haben 2021 erstmals die Gewinnschwelle von zehn Milliarden Euro überschritten. Viele haben auch die Dividendenausschüttung kräftig erhöht. Nach Berechnungen der Arbeiterkammer (AK), die jährlich den "Dividendenreport" erstellt, werden die 20 Unternehmen mehr als 3,5 Milliarden Euro an ihre Aktionäre ausschütten.

Freuen können sich darüber auch die Steuerzahler: Nicht nur die Gewinnsteuern füllen die Staatskasse, sondern bei den teilstaatlichen Konzernen auch die Dividenden. Spitzenreiter bei den Gewinnausschüttungen ist der Öl-, Gas- und Chemiekonzern OMV, der sich zu 31,5 Prozent im Besitz der Republik Österreich befindet: 752,1 Millionen Euro zahlt die OMV ihren Anteilseignern für 2021 aus.

Auch Staat profitiert

An zweiter Stelle folgt mit einer Ausschüttung von 682 Millionen Euro die Erste Group. Auf dem dritten Platz liegt der Verbund (365 Millionen Euro), der zu 51 Prozent der Republik Österreich gehört. Der Energiekonzern schüttete nur 2013 ein noch höheres Volumen aus. Insgesamt haben die 18 Konzerne, die bereits ihre Jahresergebnisse veröffentlicht haben, 10,03 Milliarden Euro Gewinn erzielt.

Noch ausständig sind die Zahlen des Caterer Do&Co und der voestalpine: Von den Linzern wird ein Rekordergebnis erwartet. Hier werden auch die Mitarbeiter als 15-Prozent-Anteilsinhaber von einer höheren Dividende profitieren. Nur bei der Raiffeisen Bank International (RBI) gibt es keine Dividende.

AK-Betriebswirt Markus Oberrauter kritisierte gestern, dass bei vielen Betrieben die Ausschüttungsquote zu hoch sei. Der Faserhersteller Lenzing verteile mehr als den 2021 erwirtschafteten Gewinn (in Summe 115,5 Millionen Euro). Bei der Post – die mit einem Streubesitzanteil von 47 Prozent als Volksaktie gilt – liege die Ausschüttungsquote bei 84,3 Prozent. Die AK sagt, es sei sinnvoller, in die Aus- und Weiterbildung der Beschäftigten zu investieren.

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