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Frauenpensionen: ÖGB kritisiert "Stillstand der Politik"

Von nachrichten.at/apa, 25. Juni 2024, 10:35 Uhr
ORF, Heer, Pensionen: Österreich als Labyrinth, in dem sich jeder auskennt
Pensionistinnen Bild: APA/Barbara Gindl

WIEN. Der Gewerkschaftsbund (ÖGB) hat am Dienstag einmal mehr die Bundesregierung für fehlende Maßnahmen in puncto Frauenpensionen kritisiert.

Bis 2033 wird das Antrittsalter schrittweise auf 65 erhöht, schon jetzt würde aber jede dritte Frau nicht direkt von der Erwerbsarbeit in Pension gehen. Vizepräsidentin Korinna Schumann forderte den Rechtsanspruch auf Altersteilzeit und einen leichteren Zugang zur Schwerarbeitspension, "damit die Menschen länger in Beschäftigung bleiben".

Derzeit können Frauen mit 60,5 Jahren in Pension gehen, Frauen die zwischen 1. Juli 1964 und 31. Dezember 1964 geboren wurden, demnächst mit 61. "Das tatsächliche Pensionsantrittsalter ist aber deutlich niedriger", betonte Dinah Djalinous-Glatz, Referatsleiterin für Sozialversicherungspolitik im ÖGB, bei einer Pressekonferenz. "Es ist eine Illusion, als Frau etwa in der Pflege bis 65 arbeiten zu können", so Schumann. Deshalb solle der Zugang zur Schwerarbeitspension für die Pflege und Betreuung aber auch für etwa Nachtarbeitende erleichtert werden. Konkret soll die bisherige Rahmenfrist von 120 Schwerarbeitsmonaten in den letzten 240 Kalendermonaten durch die Berücksichtigung von Schwerarbeit während des gesamten Erwerbslebens ersetzt werden.

Maßnahmen für gesundes Arbeiten

Damit gesundes Arbeiten im Alter möglich ist, brauche es auch von Arbeitgeberseite Maßnahmen. "Es wird aber nicht reichen zu sagen: Ich stell einen Obstkorb hin", sagte Schumann. Eine bereits bekannte Forderung des ÖGB lautet Rechtsanspruch auf Altersteilzeit. Auch durch Pflege- und Kinderbetreuungsangebote können Arbeitnehmerinnen entlastet werden. Auch brauche es innovative Formen von Arbeitszeitverkürzung.

Wieder eingeführt werden solle auch ein "Bonus-Malus-System", das vorsieht, dass Unternehmen, die überdurchschnittlich viele ältere Menschen beschäftigen, einen Bonus erhalten und jene, die unter dem Branchenschnitt liegen, einen Malus zu zahlen haben. "Obwohl dieses System bereits im Gesetz verankert war, wurde es noch vor seiner Wirksamkeit abgeschafft", so die ÖGB-Vizepräsidentin.

Forderung nach Pensionsschutzklausel

Eine Forderung stellte Schumann noch an die aktuelle Schwarz-Grüne Bundesregierung: "Die Pensionsschutzklausel für 2025 beschließen". Sonst sei mit "extremen Pensionsverlusten" zu rechnen. Ihre Nachfolgerkoalition müsse dann "einen ganz starken Fokus auf das Pensionsantrittsalter" richten.

Immer wieder fordern Wirtschaftsforscher und -Forscherinnen derzeit eine Anhebung des Regelpensionsalters, zu meist auf 67 Jahre. Das sei laut Djalinous-Glatz aber "wirklich nicht notwendig". Sie stützt sich dabei auf den unlängst veröffentlichten "Ageing-Report" der EU, wonach die Aufwendungen für das öffentliche Pensionssystem von 2013 bis 2070 von 13,8 auf 14 Prozent und damit "nur sehr moderat" steigen. "Die langfristige Finanzierbarkeit des österreichischen Pensionssystems ist laut diesen Daten somit in keiner Weise gefährdet", betonte Djalinous-Glatz.

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6  Kommentare
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spoe (14.426 Kommentare)
am 25.06.2024 11:41

Ist aber auch klar und war zu erwarten, dass wenige Jahre und einbezahlte Beträge bei den Frauen durch das niedrige Pensionsalter zu niedrigen Pensionen führen.

SPÖ und ÖGB haben jahrzehntelang eine Angleichung des Pensionseintrittsalters verhindert und verzögert und abgestritten, dass eine kürzere Beschäftigungsperiode zu einer Schmälerung der Pension führt. Und jetzt sollen andere dafür blechen, nämlich jene, die länger arbeiten.

Das ist das soziale Verständnis von ÖGB und SPÖ!

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amha (11.751 Kommentare)
am 25.06.2024 11:12

Völlig verkehrter Ansatz! Anstatt Frauen das vorzeitige Verlassen des Arbeitslebens noch einfacher zu machen, sollte man diese motivieren, länger zu arbeiten! Immerhin ist der Prozentsatz jener Frauen, welche ohne Betreuungspflichten zu haben, nach der Kindererziehung nie wieder ins Berufsleben einsteigen, in Österreich exorbitant hoch. Eine Senkung der Ausgleichszulage wäre beispielsweise ein probates Mittel, damit sich länger arbeiten doch auszahlt.

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detti (1.895 Kommentare)
am 25.06.2024 12:23

@amha: zeigen Sie mir den Betrieb oder noch besser den öffentlichen Dienstgeber , der Menschen ab 50, (gut ausgebildet und noch gesund) einstellt und zwar Volldienst über 18,00 brutto ! Wer je in der Privat wirtschaft in Karenz war, weiß ein Lied davon zu singen, wie und unter welchen Bedingungen ein Wiedereinstieg funktioniert. Die eierlegende Wollmilchsau, billig, biegsam, flexibel bitte gerne, der Rest soll schauen, wo er im Alter einen Job kriegt, den er bis 75 ausüben und davon leben kann.

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detti (1.895 Kommentare)
am 25.06.2024 12:26

Korr 65!! Im übrigen bin ich der Meinung, dass die derzeitigen Pensionisten, die mehr als 2500 netto haben, solidarisch sein sollten!

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spoe (14.426 Kommentare)
am 25.06.2024 12:37

Wer längere Zeit in Karenz ist, geht natürlich ein gewisses Risiko ein.

Dessen muss man sich bewusst sein, dass man hart arbeiten muss, dass man danach noch oder wieder etwas für den Arbeitsmarkt zu bieten hat.

Viele Betriebe suchen unabhängig vom Alter nach fähigem Personal, aber lange Pausen helfen da nicht. Teilzeit oder Weiterbildungen wären für den Wiedereinstieg hilfreich.

Und was passiert in der Praxis: Die Baby-Karenz wird mit Bildungskarenz verlängert, aber meistens mit völlig für die weitere Laufbahn unbrauchbaren, aber umso angenehmeren Ausbildungen wie Massage etc.

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detti (1.895 Kommentare)
am 25.06.2024 16:20

@ spo: und was machen Sie in der Praxis mit einem 24 Monate alten Kind in einer Gemeinde, wo es keine flexible Tagesmutter gibt? Zum Vollzeitjob pendeln und das Kind bei dessen Großeltern, die entweder selbst noch voll arbeiten abgeben, oder bei den pflegebedürftigen Großeltern abgeben, wo die 24 Std Betreuerin gleich das Kind mitschupft. Alles easy!!

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