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Wirtschaft

Fehlendes russisches Gas: Uniper mit Milliardenverlust

18. August 2022 00:04 Uhr

Fehlendes russisches Gas: Uniper mit Milliardenverlust
Die hohen Kosten um das russische Gas zu ersetzen, stellt die Importeure vor Probleme.

DÜSSELDORF. Deutscher Energiekonzern kann höhere Preise nicht weitergeben

Hunderte Gasversorger in Deutschland stehen derzeit vor dem gleichen Problem wie der größte Gasimporteur, Uniper. Die gestern von dem Konzern präsentierte Halbjahresbilanz steht damit für die strauchelnde Branche, die längst auch die deutsche Politik auf den Plan gerufen hat.

Unterbrechungen bei Gaslieferungen aus Russland, Abschreibungen für die Pipeline Nord Stream 2 und eine negative operative Bilanz – das sind die Hauptgründe für einen Halbjahresverlust von zwölf Milliarden Euro beim deutschen Energiekonzern Uniper, der mehrheitlich dem finnischen Versorger Fortum gehört. Trotz staatlicher Beteiligung und beschlossener Gasumlage rechnen die Verantwortlichen mit einem negativen Ergebnis für das laufende Jahr.

6,5 Milliarden Euro Verlust stehen bei Uniper in Zusammenhang mit den gedrosselten Erdgaslieferungen aus Russland. Wie viele europäische Gasimporteure bezieht auch Uniper Erdgas aus alten Verträgen mit dem russischen Gas-Monopolisten Gazprom. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs liefert dieser allerdings deutlich weniger als vertraglich vereinbart. Um dem Kunden die zugesicherte Menge liefern zu können, muss Uniper das fehlende Gas zu hohen Preisen am Markt zukaufen, dieses aber wiederum zu den ursprünglichen Vertragskonditionen an den Kunden weitergeben.

"In Deutschland gibt es kein einziges Energieunternehmen, das eine solche Entwicklung nicht in die Knie zwingen würde", sagte Uniper-Geschäftsführer Klaus-Dieter Maubach. Mit einem Verlust von fast 360 Millionen Euro ist das Ergebnis um 845 Millionen Euro schlechter als im Vorjahr.

Rettungspaket lässt warten

Im Juli hatte die deutsche Bundesregierung ein Rettungspaket beschlossen, durch das Uniper zunächst 7,7 Milliarden Euro erhält und der deutsche Staat mit 30 Prozent beim Unternehmen einsteigt. Bevor das Paket auf einer außerordentlichen Aktionärsversammlung genehmigt werden kann, muss es auf europäischer Ebene geprüft und freigegeben werden.

Die kürzlich beschlossene Gasumlage, mit der Gas-Konzerne ihre Kosten an den Kunden weitergeben dürfen, greift erst ab 1. Oktober. Für die deutschen Verbraucher steigt der Gaspreis um 2,419 Cent pro Kilowattstunde. Dadurch sollen den Unternehmen 90 Prozent ihrer Verluste aufgrund der höheren Beschaffungskosten erstattet werden.

Keine europäische Ausnahme

Um den Endverbraucher zu entlasten, wollte die deutsche Regierung die Gasumlage von der Mehrwertsteuer befreien. EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentilon schrieb aber an den deutschen Finanzminister Christian Lindner (FDP) am Mittwoch, der gegenwärtige rechtliche Rahmen lasse eine Ausnahme aber nicht zu.

Gentiloni nannte in seinem Brief andere Optionen, die Deutschland habe, um Verbraucher zu entlasten. So könne die Regierung die Mehrwertsteuer im Nachhinein an die Verbraucher wieder zurückzahlen oder die Höhe der Umlage senken.

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