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Wirtschaft

AUA braucht angeblich weniger Staatshilfe, Rettungsplan für Lufthansa steht

Von nachrichten.at/apa   21. Mai 2020 07:15 Uhr

Die Lufthansa kann sich nicht mehr aus eigener Kraft aus der Coronakrise retten.

WIEN. Die AUA (Austrian Airlines) dürfte gar nicht die angesuchten 767 Millionen Euro Staatshilfe brauchen, sondern nur rund 650 Millionen Euro.

Das schreibt der "Kurier" (Donnerstagausgabe). Finanzvorstand Wolfgang Jani habe bei einer Red Hour, einer Videokonferenz mit den Mitarbeitern, bestätigt, dass der Finanzbedarf niedriger sei, aber keinen Betrag genannt.

Rund 300 Millionen Euro sollen auf von der staatlichen Finanzierungsagentur COFAG garantierte Bankkredite entfallen, die bis 2026 laufen. Der Rest verteile sich je zur Hälfte auf eine Eigenkapitalspritze der Republik Österreich und einen Zuschuss der Lufthansa. Als Grund, warum die AUA nun weniger Unterstützung benötige, habe Jani den Neustart genannt, der früher als geplant beginnen könne.

Eine positive Fortbestandsprognose sei ebenfalls in Griffweite gerückt. Am 26. Mai gebe es einen weiteren Termin zwischen Vorstand und den Wirtschaftsprüfern von PwC, danach rechne AUA-Chef Alexis von Hoensbroech mit einer endgültigen positiven Fortbestandsprognose.

Ein Sprecher der AUA wollte sich am Abend nach dem Aufsichtsrat auf Anfragen nicht zu den neu kolportierten Summen äußern.

Flugstopp nochmals bis 14. Juni verlängert

Flieger in der Luft wird die AUA erst ab Mitte Juni haben. Die mehrfach verlängerte corona-bedingte Flugpause wurde noch einmal bis 14. Juni verlängert. Die österreichische Lufthansa-Tochter hofft jedenfalls, sofern alles gut geht, im Juni wieder den Flugbetrieb aufzunehmen. Vorerst im deutschsprachigen Raum, da die Nachfrage nach Geschäftsreisebuchungen langsam wieder anlaufe. In der Folge sollen dann Strecken wie London oder Paris sowie nach Osteuropa die ersten sein, die hochgefahren werden könnten. Bei guten Signalen im Juni könnte es ab Hochsommer auch im Charter wieder zu ersten Urlaubszielen gehen, etwa nach Griechenland. Heuer dürfte die Nachfrage in Summe aber nur 25 bis 50 Prozent erreichen.

Mit dem Betriebsrat Bord, der etwa 3.800 der knapp 7.000 Mitarbeiter vertritt, wurde heute ein Eckpunktepapier zum Krisenbeitrag des Personals vereinbart. Demnach verzichten diese Beschäftigten in der Zeit nach der Kurzarbeit - die wohl noch zwei Jahre lang nötig sein wird - auf 5 bis 15 Prozent ihrer Gagen, sozial gestaffelt. Die Gehälter von Besserverdienern werden stärker gekürzt. Auch entsprechende Flexibilität wird den Leuten abverlangt: Für weniger Geld muss mehr gearbeitet werden. Schon demnächst müssen die Beschäftigten auf Vorrückungen oder Inflationsanpassungen verzichten. Es sei aber der Plan, ab 2024 - sofern es dem Unternehmen dann gut geht - Mitarbeitern Teile der eingesparten Gagen zurückzuzahlen.

Solange Kurzarbeit läuft, wird kein Personal abgebaut. Nach der Rechnung, nach der Krise um in Viertel geschrumpft und mit 20 Flugzeugen weniger wieder im Markt zu sein, hat die AUA aktuell allerdings 1.100 Mitarbeiter (Vollzeitrechnung) zu viel.

Eine Verlängerung der Kurzarbeit, die gestern ausgelaufen ist, befindet sich in Prüfung, teilte die AUA am Abend mit. Geplant ist, nach der "Corona-Kurzarbeit", die über sechs Monate geht, in die klassische vom AMS angebotene Kurzarbeit zu wechseln. All das sei auch von den Verhandlungen um Staatshilfe abhängig. Wie berichtet, hat die Austrian Airlines bei der COFAG finanzielle Hilfe zur Corona-Krisenbewältigung angefordert. Auch hier berichtete das Management dem Aufsichtsrat heute deutliche Verhandlungsfortschritte. Des Weiteren werde mit der Regierung über Standortauflagen verhandelt.

Deutsche Regierung einigte sich auf Rettungsplan für Lufthansa

Die deutsche Bundesregierung hat sich einer Zeitung zufolge auf ein Konzept verständigt, um der angeschlagenen AUA-Mutter Lufthansa das Überleben zu sichern. Der Staat werde sich über ein dreistufiges Modell mit insgesamt neun Milliarden Euro an der Fluggesellschaft beteiligen, berichtete das "Handelsblatt" am Mittwochabend online unter Berufung auf Regierungskreise.

Frankfurt. Zunächst solle mit einem Kredit der staatseigenen KfW-Bank über drei Milliarden Euro die Liquidität gesichert werden. Hinzu komme eine direkte Beteiligung des Staates von 20 Prozent sowie eine Wandelanleihe im Wert von fünf Prozent plus einer Aktie. Der Bund werde im Aufsichtsrat über zwei Mandate vertreten sein.

Das Ergebnis befindet sich nun in der finalen Abstimmung der deutschen Regierung, berichtete das Blatt. Im Anschluss solle es der Lufthansa übermittelt werden. Der Konzern habe dann zwei Tage Zeit, dem Ergebnis zuzustimmen.

Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte vor der Veröffentlichung des Berichts erklärt, die Regierung stehe kurz vor einer Einigung. Der "Spiegel" berichtete ohne Angabe von Quellen, der Bund werde sich mit 25 Prozent plus einer Aktie an der Airline beteiligen und ihr darüber hinaus weiteres Kapital bereitstellen. Auch hier war von neun Milliarden Euro die Rede, eine Summe, die auch der Dax-Konzern selbst genannt hat. Die Coronakrise hat der Lufthansa schwer zugesetzt. Ohne staatliche Finanzspritze droht ihr nach eigener Darstellung die Insolvenz.

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