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„Corona hat das Sparbuch endgültig kaltgestellt“

23.Juli 2021

Die Österreicher setzen nach wie vor aufs Sparbuch.
Das Finanzvermögen der Österreicher ist seit Mitte der 1990er-Jahre von unter 300 Milliarden auf aktuell mehr als 700 Milliarden Euro angestiegen. Die Gefahr realer Nullzinsen sei an den Sparern freilich nicht vorübergegangen, so Agenda-Austria-Studienautor Nikolaus Jilch. Das Interesse an Alternativen wachse stetig, aber noch immer liegen hohe Summen in Veranlagungsformen, „wo sie langsam dahinschmelzen“. Rund 300 Milliarden Euro entfallen auf Bargeld, Sparbuch und Konto.

Jilch rät dazu, andere Wege zu gehen und dabei die Sparziele klar zu definieren, und verweist auf die klassische Regel: 60 Prozent in Aktien - hier würden sich Indexfonds anbieten - und 40 Prozent in Anleihen investieren. Weltweite Streuung und ein langfristiger Anlagehorizont verringern das Risiko zusätzlich. „Die beste Strategie für Kleinanleger ist kaufen und liegenlassen“, sagt der Studienautor.

Agenda Austria appelliert an die Banken, die Entwicklung und Vermarktung alternativer Produkte zu forcieren, und nimmt die Bundesregierung in die Pflicht: Es brauche steuerliche Anreize, der Faktor Arbeit gehöre weiter entlastet, um Kapital zum Investieren zu schaffen. Zudem fordert Jilch Finanzbildung bereits in den Schulen sowie generell verstärkte Information und Aufklärung. Ein Umdenken in der Bevölkerung finde jedenfalls schon statt, sagt er. „Das sieht man an den Angeboten der Banken.“

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18. Oktober 2021