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Wirtschaft

Chipmangel bremst Autobranche weltweit aus

Von nachrichten.at/apa   05. Mai 2021 19:28 Uhr

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General Motors-Chefin Mary Barra

FRANKFURT. Der Mangel an Computerchips bremst die Autobranche weltweit aus. Der Opel-Mutterkonzern Stellantis sagte am Mittwoch Engpässe bis ins kommende Jahr voraus. GM-Chefin Mary Barra sprach in einem Brief an die Aktionäre von einer "herausfordernden Phase" für den US-Konzern.

Für Deutschland senkte der Verband der Automobilindustrie (VDA) seine Prognose für das laufende Jahr um 200.000 Fahrzeuge. Damit würden vier Millionen Fahrzeuge gebaut, 13 Prozent mehr als im Jahr 2020 - bisher war der Verband von einem Plus von einem Fünftel ausgegangen.

Denn die Autonachfrage steigt, insbesondere in China, aber auch in den USA und vielen anderen Ländern. Das lässt die Kassen bei den Herstellern weltweit klingeln. Noch in dieser Woche werden die Ergebnisse von Volkswagen (Donnerstag) und BMW (Freitag) erwartet; Analysten dürften vor allem auf die Chip-Problematik achten. Stellantis, aus der Fusion des italienisch-amerikanischen Herstellers Fiat Chrysler mit der französischen PSA-Gruppe hervorgegangen, setzte im ersten Quartal 14 Prozent mehr um als vor Jahresfrist, die Erlöse lagen mit 37 Milliarden Euro höher als von Reuters befragte Analysten erwartet hatten. Die Zahlen seien "solide", schrieben die Analysten der Citi. "Allgemein sieht es so aus, als ob die Profitabilität von Stellantis sich besser entwickelt als erwartet."

Auch bei General Motors (GM) liefen die Geschäfte zum Jahresauftakt besser als erwartet. Unter dem Strich verdiente der US-Konzern im ersten Quartal mit drei Milliarden Dollar (2,5 Milliarden Euro) rund zehnmal so viel wie vor einem Jahr. Vorstandschefin Barra rechnet damit, dass der Gewinn im Gesamtjahr am oberen Ende der Spanne von zehn bis elf Milliarden Dollar liegen dürfte. GM tue alles, um die Fahrzeuge produzieren zu können, bei denen die Nachfrage besonders hoch sei, sagte die Managerin. Die Auswirkungen der Chip-Engpässe seien besonders im zweiten Quartal zu spüren, danach sei eine Besserung in Sicht, ergänzte sie.

Stellantis-Finanzchef Richard Palmers geht ebenfalls von einer Besserung in der zweiten Jahreshälfte aus, nachdem in den ersten drei Monaten die Produktion noch wegen der Knappheit um elf Prozent gedrosselt worden sei. "Es wäre aber naiv zu erwarten, dass die Engpässe einfach verschwinden", sagte er. "Es ist möglich, dass sich das Ganze bis 2022 hinzieht."

In Deutschland wird die Erholung der Branche zudem davon gebremst, dass im Zuge der Corona-Schutzmaßnahmen viele Autohäuser immer noch geschlossen sind. Im April stiegen die Pkw-Neuzulassungen nach Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) um 90 Prozent auf 229.650 gegenüber dem Vorjahresmonat, als der Autoabsatz im ersten Corona-Lockdown eingebrochen war. Trotz der kräftigen Erholung ist das Vorkrisenniveau noch längst nicht erreicht. Im Zehn-Jahres-Vergleich zeige sich die anhaltende Schwäche, denn der Pkw-Markt habe im April 16 Prozent unter seinem langjährigen Durchschnitt gelegen, erklärte der Verband der Autoimporteure VDIK. "Die Erholung des Pkw-Marktes lässt weiter auf sich warten", erklärte VDIK-Präsident Reinhard Zirpel.

Kräftiges Plus im E-Segment

Kräftig aufwärts ging es allerdings bei den Elektroautos: Das noch kleine Segment wuchs im April weiter deutlich schneller als der Gesamtmarkt. Auch Plug-in-Hybrid blieben gefragt mit einem fast so starken Anstieg auf knapp 27.000 Fahrzeuge.

Lieferengpässe auch bei anderen Autoherstellern.

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