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Chinas Autobauer fordern Strafzölle auf europäische Autos

Von nachrichten.at/apa, 19. Juni 2024, 17:51 Uhr
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China subventioniert die Elektroautobauer der Volksrepublik. Die EU sieht darin eine Wettbewerbsverzerrung. Bild: (APA/AFP/STR)

PEKING. Im Zollstreit zwischen China und der EU fordern chinesische Hersteller Insidern zufolge Vergeltung und Strafzölle auf europäische Autos.

Bei einem Treffen von Autobauern und Vertretern des Handelsministeriums hätten sich chinesische Hersteller für zusätzliche Abgaben auf größere Fahrzeuge ausgesprochen, berichtete die staatliche "Global Times" am Mittwoch. Aus Branchenkreisen hieß es, dabei sei es um Autos mit einem Hubraum von mehr als 2,5 Litern gegangen.

Derartige Fahrzeuge sind für Autobauer in der Regel deutlich lukrativer als kleinere Autos. Ziel des Treffens sei es gewesen, Druck auf die EU-Kommission auszuüben und gegen die europäischen Anti-Dumping-Zölle auf chinesische Autos vorzugehen, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen. Die chinesische Seite habe großes Unverständnis über die Importzölle deutlich gemacht und nach einer kraftvollen Erwiderung gerufen, sagte ein Insider. Alle Teilnehmer des Treffens hätten sich darauf verständigt, dass Handelskonflikte vermieden werden müssten.

Europäer für vorsichtige Maßnahmen

An der Sitzung hätten Vertreter der europäischen Hersteller BMW, Mercedes-Benz, Volkswagen, Porsche, Stellantis und Renault sowie der chinesischen Konzerne SAIC, Geely , BYD und Great Wall Motor teilgenommen, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. Mit Ausnahme von Great Wall hätten sich die chinesischen Autobauer für höhere Zölle ausgesprochen. Die europäischen Hersteller hätten das abgelehnt und für vorsichtige Maßnahmen plädiert.

Branchenkreisen zufolge haben sowohl China als auch die EU-Kommission das Ziel, den Konflikt beizulegen. Die Ankündigung der EU-Kommission, Zölle zu verhängen, könnte Gespräche zwischen Brüssel und Peking anregen mit dem Ziel, genau diese Zölle zu vermeiden, sagte Bosch-Chef Stefan Hartung. Die EU-Kommission erklärte, sie prüfe, ob eine Lösung gefunden werden könne.

China für viele deutsche Unternehmen wichtig

Der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck sagte vor seiner China-Reise, China habe für viele deutsche Unternehmen eine große Bedeutung als Produktionsstandort, Innovationszentrum und als Beschaffungs- und Absatzmarkt. "Deshalb ist es wichtig, dass wir im Gespräch bleiben und auch über faire und gleiche Wettbewerbsbedingungen sprechen."

Bei chinesischen Elektroautobauern schwindet einer Umfrage zufolge unterdessen das Interesse an Europa: Vier Fünftel der Befragten gaben in der Erhebung der chinesischen Handelskammer vom April und Mai an, die Zoll-Untersuchung der EU-Kommission habe ihr Vertrauen beeinträchtigt. Fast drei Viertel berichteten wegen der Untersuchung über rückläufige Geschäfte. Dennoch sehe eine Mehrheit Europa als strategisch wichtigen Markt an und plane, binnen fünf Jahren Werke in Europa zu eröffnen.

EU folgte dem Schritt der USA

Die EU-Kommission hatte Sonderzölle auf Elektroauto-Einfuhren aus China von bis zu 38,1 Prozent angekündigt. Sie begründete dies mit Wettbewerbsverzerrungen durch hohe Subventionen in der Volksrepublik. Damit folgt die Union einem ähnlichen Schritt der USA, die ihre Zölle auf chinesische E-Fahrzeuge auf 100 Prozent vervierfacht hatten. Im Zuge des Streits über Strafzölle für E-Autos hatte die Regierung in Peking vor einem neuen Handelskonflikt gewarnt.

2023 wurden nach Daten des europäischen Statistikamtes Autos im Wert von 19,4 Mrd. Euro aus der EU nach China exportiert. Darunter sind vor allem rentable Verbrennermodelle mit großen Motoren: Allein seit Jahresbeginn wurden nach chinesischen Einfuhrdaten Fahrzeuge mit einem Motor von mehr als 2,5 Litern Hubraum im Wert von 1,2 Mrd. Dollar aus Deutschland nach China eingeführt. Die Fahrzeugimporte aus der Volksrepublik summierten sich 2023 auf 9,7 Mrd. Euro. Für die deutschen Autobauer ist China der wichtigste Einzelmarkt mit einem Umsatzanteil von ungefähr einen Drittel.

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7  Kommentare
7  Kommentare
Neueste zuerst Älteste zuerst Beste Bewertung
elhell (2.237 Kommentare)
am 21.06.2024 13:27

Marktprotektionismus eben.

Jahrelang versuchte die EU, chinesische Fahrzeuge mit Qualitäts- und Technikstandards aus dem Markt draußen zu halten - Crashtests, verpflichtende Assistenzsysteme, Abgasnormen ...
Und wie die Japaner vor 40 Jahren haben die Chinesen schnell gelernt und ihre Produkte verbessert, sodass sie unseren Vorgaben entsprechen. Nun fällt den Europäern nichts Neues mehr ein.
Und wie einst Japaner und Koreaner wollen nun auch die Chinesen in Europa Autos bauen, damit erledigt sich auch jeder Strafzoll, der Überseetransport außerdem.

Die europäische, insbesondere deutsche Automobilindustrie hat über Jahrzehnte ausschließlich das Premiumsegment aufgebaut und kleine, sparsame und leistbare Fahrzeuge vom Markt genommen. Nun wird gejammert, weil die fetten Jahre vorbei sein dürften.
SSKM

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soistes (954 Kommentare)
am 20.06.2024 09:55

Der Schuss ins Knie - China sitzt felsenfest am längeren Ast.
Aber die EU muss ja blind nach Wunsch der Amis ins Verderben rennen.

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Maxi-milian (715 Kommentare)
am 20.06.2024 09:33

China erwartet in Europa für chinesische Investoren keinerlei Einschränkungen. Umgekehrt sind die Bedingungen für ausländische Investoren in China sehr stark eingeschränkt.
Unsere Abhängigkeit von China ist extrem groß. China kann uns in vielen Bereichen leicht den Hahn abdrehen. Auch viele Medikamente oder die notwendigen Vorprodukte würde es ohne Lieferungen aus China nicht mehr geben.
Wir können endlich Maßnahmen zur Reduzierung der Abhängigkeit von China einleiten oder uns immer noch abhängiger machen. Wenn Europa auch im Automobilsektor von China überrollt wird, dann wird sich unser Wohlstand nicht annähernd halten lassen. Vielleicht müssen wir dann um 5.11 Uhr vor die Wohnungstür treten und 10 Liegestützen machen, weil China´s Staatspräsident das so will.

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Peter2012 (6.492 Kommentare)
am 20.06.2024 07:57

Das erinnert mich an die Sanktionen für Russland; am Ende leidet darunter nur der Verbraucher!!!

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felixh (4.977 Kommentare)
am 20.06.2024 06:52

logisch!!! Dann dürfen die eurupäer auch nur mehr mit Strafzoll Autos nach China verkaufen

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LASK1971 (357 Kommentare)
am 20.06.2024 06:12

Tja, dass ist typisch EU. Zuerst sanktionieren und dann blöd drein schauen, wenn die Returkutsche kommt.

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Ybbstaler (1.074 Kommentare)
am 19.06.2024 20:13

Klar kommt auf den EU Zoll eine Retourkutsche. Am Ende sind die beliebten leistbaren E-Autos aus China künstlich verteuert und auch den europäischen Herstellern ist nicht geholfen, weil man es am chinesischen Markt heimgezahlt bekommt. Wieder so ein EU Schuss ins Knie.

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