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Wirtschaft

Aus für Airbus A380 ließ FACC-Gewinn schmelzen

Von Martin Roithner 23. Mai 2019 00:04 Uhr

Aus für Airbus A380 ließ FACC-Gewinn schmelzen
Produktion eines Flugzeugflügels

RIED / WIEN. Innviertler Flugzeugzulieferer will Einschnitte mit vollen Auftragsbüchern abfedern – Aktie mit deutlichen Abschlägen.

Angedeutet hatte es sich bereits im Februar, nun folgte die Bestätigung: Das für 2021 geplante Produktionsende des Airbus A380, des größten Passagierflugzeugs der Welt, hinterlässt in der Bilanz des börsenotierten Innviertler Zulieferers FACC tiefe Einschnitte.

Das operative Ergebnis (Ebit) verringerte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 27,3 Prozent auf 43,6 Millionen Euro. Das Ergebnis nach Steuern sank um 18 Prozent auf 30,3 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote ließ von 46 auf 41 Prozent nach. Bei den Aktionären kamen diese Zahlen nicht gut an: Die Aktie verlor zwischenzeitlich fast sechs Prozent an Wert und schloss mit 12,76 Euro und minus 5,2 Prozent.

Trotzdem zeigte sich FACC-Chef Robert Machtlinger bei der Bilanzpräsentation in Wien zuversichtlich: "Das Aus für den A380 ist für uns wirtschaftlich verkraftbar, denn das waren gerade einmal 1,4 Prozent des Umsatzes." Der Vorstand habe entschieden, die Abschreibungen wegen der nicht amortisierten Entwicklungsleistungen für den A380 in Höhe von 11,4 Millionen Euro in einem Schritt zu tätigen. "Dafür sind wir 2020 und 2021 davon befreit", so Machtlinger.

Beim Umsatz konnte FACC zulegen. Das Plus von 4,6 Prozent auf rund 782 Millionen Euro führten Machtlinger und Finanzchef Ales Stárek auf einen Anstieg der Fertigungen für die beiden großen Flugzeughersteller Airbus und Boeing zurück. FACC fertigt Landeklappen, Gepäckablagen und Schubumkehrgehäuse.

Der Konzern habe für die nächsten fünf bis sieben Jahre gefüllte Auftragsbücher, betonte Machtlinger. Der Polster beläuft sich auf 6,5 Milliarden US-Dollar. Neben den bewährten Produkten startet FACC mit der chinesischen Firma EHang auch mit der Fertigung von 300 Flugtaxis.

30 Millionen Euro investiert

Um stärker zu wachsen, streckt der Zulieferer seine Fühler in neue Länder aus. In Kroatien entsteht ein Werk mit 600 Arbeitsplätzen. "Wir wollen unser globales Netzwerk erweitern und auch das Einzugsgebiet für Fachkräfte ausdehnen", sagte Machtlinger. Baustart ist heuer im Oktober. Die Kosten von rund 30 Millionen Euro würden zusätzlich zu dem laufenden Investitionsprogramm in Höhe von 100 Millionen Euro aufgewendet, sagte der Vorstandschef.

Im Vorjahr investierte FACC 35,1 Millionen Euro. Heuer sollen es 35,7 Millionen sein. Der Großteil fließt in den Ausbau des Werks 3 in Ort im Innkreis und in die Automatisierung.

Die Zahl der Mitarbeiter erhöhte sich 2018 von 3402 auf 3465. Für heuer erwartet FACC beim Umsatz "ein moderates Wachstum", beim Ergebnis "nur wenig Veränderung". Am mittelfristigen Ziel der Umsatzmilliarde hält der Vorstand weiter fest. Allerdings soll dieser Betrag erst 2022 erreicht werden – ein Jahr später als ursprünglich geplant.

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Martin Roithner

Redakteur Wirtschaft

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