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Wirtschaft

Antrittsalter, Höhe, Lebensstandard – viele Mythen rund um die Pensionen

21. Februar 2020 00:04 Uhr

Antrittsalter, Höhe, Lebensstandard – viele Mythen rund um die Pensionen
Viele Österreicher nehmen die Verbesserungen der Pensionshöhe und des Lebensstandards nicht wahr.

WIEN. Wifo und Gallup zeigen auf, dass die Bevölkerung vieles nicht richtig einschätzt.

Die Wahrnehmung der Pensionsentwicklung und die Fakten dazu klaffen in Österreich teils weit auseinander. Das zeigt ein erstmals durchgeführter gemeinsamer Meinungscheck des Wirtschaftsforschungsinstituts Wifo mit dem Meinungsforschungsinstitut Gallup. 62 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass das gesetzliche Pensionsantrittsalter für Männer und Frauen in den vergangenen 40 Jahren gestiegen sei – was nicht der Fall ist. Viele nehmen den Unterschied zwischen faktischem und gesetzlichem Antrittsalter nicht wahr. Sie gehen von einem Anstieg von jeweils mehr als drei Jahren sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen aus.

Auch die Pensionshöhe werde falsch eingeschätzt. So geht ein Fünftel der Bevölkerung von einer Stagnation und ein weiteres Fünftel sogar von einem Sinken der durchschnittlichen Alterspension in den vergangenen vier Jahrzehnten aus. Sechs Prozent sagen, dass es einen starken Anstieg gegeben habe. Etwas weniger als die Hälfte (46 Prozent) meint, dass die Pensionen "etwas" gestiegen seien. Dazu die Fakten vom Wifo: Die Alterspension lag 2018 bei 1324 Euro brutto im Monat. Zwischen 1978 und 2018 sind die Pensionshöhen real um 1,3 Prozent pro Jahr gestiegen.

Noch weiter gehen Mythos und Wirklichkeit auseinander, wenn man die Lebensstandard-Entwicklung betrachtet: Für die Hälfte der Bevölkerung ist der Lebensstandard für Erwerbstätige in den vergangenen 40 Jahren besser geworden. Für 19 Prozent ist er gleichgeblieben und für ein gutes Viertel (28 Prozent) sogar schlechter geworden. Was den Lebensstandard von Pensionisten betrifft, gehen ein Drittel der Befragten von einer Verschlechterung und 21 Prozent von einer Stagnation aus, 41 Prozent nehmen hingegen einen Anstieg wahr.

Dem stellt das Wifo folgende Zahlen entgegen: Werden die menschlichen Grundbedürfnisse (Wohnen, Ernährung, Gesundheit und Bildung) herangezogen, zeigt sich seit 1980 ein deutlich gestiegener Lebensstandard. Allein in den vergangenen drei Jahrzehnten stieg die Wohnfläche pro Person etwa um 18 Quadratmeter auf durchschnittlich 55 Quadratmeter. 1993 verwendeten die Haushalte ein Viertel ihres Einkommens für Lebensmittel und Bekleidung. 2015 waren es nur noch 19 Prozent.

Zudem stieg in den vergangenen 40 Jahren die Lebenserwartung und damit die Restlebenserwartung. 65-jährige Männer können ihre Pension nicht nur 5,8, sondern 18,3 Jahre genießen. Bei Frauen stieg diese von 5,6 auf 21,1 Jahre an.

Die Österreicher gehen von einem deutlichen Anstieg des tatsächlichen Pensionsantrittsalters aus. Sie erwarten, dass Männer 2060 mit 67,3 Jahren und Frauen mit 64,3 Jahren ihre Pension antreten werden. Dem stehen Prognosen entgegen, wonach das tatsächliche Pensionsantrittsalter der Männer von aktuell 61,5 Jahre langfristig um bis zu zwei Jahre steigt, jenes der Frauen von 59,4 Jahren um bis zu vier Jahre.

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