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Wirtschaft

Welser startet im Silicon Valley neu und lässt in Oberösterreich forschen

Von Von Alexander Zens   10. Juni 2010 00:04 Uhr

Welser startet im Silicon Valley neu und lässt in Oberösterreich forschen
Daniel Mattes gründete „Jumio“.

LINZ/MOUNTAIN VIEW. Der Welser Internet-Unternehmer Daniel Mattes hat ein neues Projekt gestartet. Dazu braucht er 15 bis 20 Millionen US-Dollar Kapital und 100 IT-Fachkräfte aus Oberösterreich.

Um 207 Millionen Euro haben Mattes und andere Aktionäre Ende 2009 das Unternehmen „Jajah“ an den spanischen Telefonica-Konzern verkauft. Vier Jahre zuvor hatte es der Welser gegründet, 33 Millionen Dollar waren insgesamt investiert worden. Mittels Aktienoptionen haben die Mitarbeiter kräftig daran verdient.

Das soll auch bei Mattes’ neu gegründetem Unternehmen „Jumio“ der Fall sein, mit dem er das Bezahlen im Internet revolutionieren will. Die Patente hat er zwei israelischen Programmierern um einen mittleren sechsstelligen Betrag abgekauft. „Mit dieser Lösung wird Bezahlen im Internet einfacher und sicherer“, sagt Mattes. Außerdem soll das Bezahlen auf mobilen Geräten ermöglicht werden.

Jumio hat wie Jajah seinen Sitz in Mountain View/Kalifornien (Silicon Valley) – direkt neben Google. Das Jumio-Entwicklungszentrum wird aber in der Linzer Solar City aufgebaut. 240 Quadratmeter sind gesichert, weitere Flächen verfügbar. Bei Jajah war das Forschungszentrum in Israel.

Österreich habe unglaublich aufgeholt, was Know-how betreffe, sagt Mattes: „Es gibt viele Leute im Softwarepark Hagenberg und an der Technischen Fakultät der Uni Linz, die kompetent sind und Einsatz zeigen.“ Damit könne man im internationalen Wettbewerb im Internet-Bereich mithalten. „Vor fünf bis zehn Jahren war das nicht so“, sagt Mattes.

Mittelfristig braucht Jumio 100 Fachkräfte in Linz. „Wir suchen junge Leute, die IT-Freaks sind und bei einem Start-Up dabei sein wollen“, sagt Mattes.

Mit Jumio will Mattes Millionen Privat- und große Firmenkunden gewinnen. Das war ihm bei Jajah, das mit günstiger Internet-Telefonie über Festnetz und Handy 25 Millionen Kunden erreichte, gelungen. Microsoft oder Yahoo haben Dienstleistungen an Jajah ausgelagert.

„Bezahlen im Internet ist ein ungelöstes Problem, das wir lösen werden“, sagt Mattes. In den USA beträgt der Schaden aus Kreditkartenbetrug pro Jahr so viel wie die Konsumenten für Energie bezahlen (rund 200 Milliarden Dollar).

Mattes schätzt, dass es 15 bis 20 Millionen Dollar braucht, um Jumio an den „Break-Even“ heranzuführen. Investorengespräche laufen. Die Suche nach Kapital ist nicht mehr so schwierig wie beim Start von Jajah.

Unterstützt wird Mattes von seinem Vorstandskollegen Thomas Kastenhofer aus Steyr.

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