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Wirtschaft

Plus 2,5 Prozent für die Metaller, Streit um Arbeitszeit geht weiter

08. November 2010 00:04 Uhr

Löhne Metaller

WIEN. Die 165.000 Beschäftigten in der Metallindustrie bekommen 2,5 Prozent mehr Mindestlohn. Auf diesen Minimalkompromiss konnten sich die Arbeitgeber und Gewerkschafter bei der diesjährigen Lohnrunde einigen.

Keinerlei Annäherung gab es jedoch bei dem umstrittenen Thema Arbeitszeit. Der Streit darüber hätte am Wochenende die gesamten Lohnverhandlungen zwei Mal beinahe scheitern lassen. Die Gewerkschafter forderten vehement eine Arbeitszeitverkürzung ohne Lohneinbußen.

Für die Arbeitgeber war das ein „No-Go-Thema“. Sie hatten am Beginn der Verhandlungen ihre Forderung nach einer Arbeitszeitflexibilisierung mit längeren Durchrechnungszeiträumen für die Überstundenauszahlung ad acta gelegt. Weitere Gespräche über die Arbeitszeitregelung sind derzeit nicht geplant.

Der Chefverhandler der Arbeitnehmer, Rainer Wimmer, sagte aber, dass das Thema Arbeitszeitverkürzung weiterverfolgt werde. Industrie-Chefverhandler Christoph Hinteregger betonte, dass es nur Sinn mache, wenn gleichzeitig über Verkürzung und Flexibilisierung geredet werde, denn diese beiden Bereiche seien wie „siamesische Zwillinge“.

Nach einem nächtlichen, 17-stündigen Verhandlungsmarathon einigten sich die Verhandler zumindest über die Lohnerhöhungen. Rückwirkend mit 1. November gibt es 2,5 Prozent mehr Mindestlohn. Die Ist-Löhne steigen um 2,3 Prozent. Außerdem wurde ein Mindestbetrag von 45 Euro ausverhandelt, wodurch das Lohnplus in den untersten Einkommensschichten bis zu drei Prozent beträgt. Der Mindestlohn steigt leicht auf 1524 Euro.

Einmalzahlungen der „Guten“

Lehrlinge bekommen bei einer positiven Lehrabschlussprüfung eine Prämie von 150 Euro. Unternehmen, denen es besonders gut geht, zahlen noch einen Einmalbetrag von 50 bis 150 Euro, abhängig vom Betriebsergebnis. Im Vorjahr waren die Mindestlöhne um 1,5 Prozent angehoben worden. Die Metaller-Lohnrunde gilt als Richtschnur für die anderen Branchen.

Wimmer und Hinteregger bezeichneten das Ergebnis als fairen Kompromiss. „Es passt“, sagte Hinteregger. Und Wimmer: „Wir haben hart gekämpft.“ Die Arbeitgeber waren mit einem Angebot von plus 1,9 Prozent in die Verhandlungen gegangen, die Gewerkschafter wollten einen Dreier vor dem Komma sehen.

Als „gerade noch akzeptabel“ bezeichnet die Wirtschaftskammer Oberösterreich den Lohnabschluss. Vizepräsident Clemens Malina-Altzinger macht Druck auf die Gewerkschaften. Sie hätten bereits bei den vorjährigen Verhandlungen eine Zusage gegeben, über die Arbeitszeitflexibilisierung zu diskutieren.

Josef Pesserl, Landessekretär der steirischen Produktionsgewerkschaft, sieht das anders: „Diese Forderung der Arbeitgeber konnten wir sozusagen vom Tisch nehmen.“

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