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Wirtschaft

Opec beruhigt: „Genug Öl auf dem Markt“

Von OÖNachrichten (schuh)   28. Februar 2011 00:04 Uhr

Öl

LINZ. Die Förderung in Libyen ist laut einem Ölmanager um mehr als die Hälfte gefallen. Dennoch drohen laut Ölkartell Opec keine Lieferengpässe, da andere Länder die Ausfälle kompensieren könnten.

Sowohl der Iran als auch das Emirat Katar teilten am Wochenende mit, dass am Markt genügend Öl zur Verfügung stünde. „Es gibt keinen Grund, nervös zu sein“, sagte etwa Mohammed Saleh al-Sada, der Energieminister von Katar. Tatsächlich förderte Libyen vor Beginn der Aufstände täglich rund 1,6 Millionen Barrel (je 159 Liter) Öl. Das entsprach gut zwei Prozent Anteil auf dem Weltmarkt.

Zum Vergleich: Russland ist mit mehr als neun Millionen Barrel pro Tag derzeit weltgrößter Exporteur, auf Platz zwei liegt Saudi- Arabien mit acht Millionen Barrel. Nach Angaben des saudischen Ölministers Ali Naimi verfügt sein Land jedoch über eine maximale Förderkapazität von 12,5 Millionen Barrel pro Tag.

Auslöser für den aktuellen Anstieg der Ölpreise sind daher nur vordergründig die Aufstände in Libyen. Längst richten sich die Blicke nach Saudi-Arabien, das mit einem Weltmarktanteil von zwölf Prozent nicht nur der zweitgrößte Ölexporteur ist, sondern auch auf gewaltigen Ölreserven sitzt.

Sollte es in Saudi-Arabien zu Lieferengpässen kommen, dann droht laut Ölanalysten ein Ölpreis von 200 und mehr US-Dollar je Barrel.

Risiko für Exportländer

Ein Risiko stellt der zuletzt gestiegene Ölpreis für die westlichen Industrieländer dar – obwohl die Ölabhängigkeit in den vergangenen Jahrzehnten reduziert wurde. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) etwa schätzt den Ölanteil der deutschen Firmen am Gesamtenergieverbrauch auf acht Prozent, vor den Ölkrisen in den 1970er-Jahren seien es noch mehr als 30 Prozent gewesen.

Anders sieht es in den Schwellenländern aus, von deren Wachstumsraten die Exportindustrie in Deutschland aber auch Österreich stark abhängt. Ein zu stark steigender Ölpreis könnte dort das Wirtschaftswachstum bremsen – was weniger Aufträge zur Folge hätte.

„Steigt der Ölpreis vom jetzigen Niveau um zehn Dollar, sinkt das Wachstum weltweit um einen halben Prozentpunkt“, sagt Maria Lanzeni von der Deutschen Bank. „In Staaten wie China oder Indien würde dieser Effekt noch stärker ausfallen.“

Zögerlich beim Investieren

Dazu kommt, dass viele Ölförderländer derzeit von den gestiegenen Preisen profitieren. Sie investieren ihre Petrodollars aufgrund der unsicheren politischen Lage aber zögerlicher in neue Anlagen und Maschinen. Was wiederum die Exportländer trifft.

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