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Wirtschaft

Österreichs Topmanager verdienen das 49-Fache eines Durchschnittsgehaltes

16. April 2013 00:04 Uhr

Managergehälter

WIEN. Die Jahresvergütungen der Vorstände in den 20 Unternehmen, die im Leitindex der Wiener Börse ATX vertreten sind, sind im Vorjahr um 6,5 Prozent auf durchschnittlich 1,4 Millionen Euro gestiegen. Das teilte gestern die Arbeiterkammer (AK) in einer Aussendung mit.

Der Spitzenverdiener unter den ATX-Vorständen war mit mehr als fünf Millionen Euro im Vorjahr Wolfgang Leitner, Vorstandsvorsitzender des Anlagenbauers Andritz, der Leitner auch zu knapp 30 Prozent gehört. Auf dem zweiten Platz der AK-Liste liegt Raiffeisen-Bank-International-Chef Herbert Stepic. Dieser hätte mehr als vier Millionen Euro erhalten, hat aber, wie berichtet, zwei Millionen Euro an die Bank zurückgezahlt. Platz drei geht an den Vorstandsvorsitzenden der voestalpine, Wolfgang Eder.

Schritte gegen „Wildwuchs“

Die 78 Vorstände dieser 20 Unternehmen verdienten damit im Durchschnitt das 49-Fache eines österreichischen Durchschnittsgehaltes. Von dieser Summe könnte eine Familie bestehend aus zwei Erwachsenen und zwei Kindern 28 Jahre lang ihre gesamten Verbrauchsausgaben decken, heißt es in der AK-Aussendung.

„Die Arbeiterkammer fordert deshalb entsprechende gesetzliche Schritte, um den Wildwuchs bei den Managergehältern einzudämmen“, wird AK-Präsident Rudi Kaske in der Aussendung zitiert. Bei den variablen Vergütungen dominierten harte Finanzkennzahlen und die Entwicklung des Aktienkurses das Anreizsystem.

Damit habe die Novelle des Aktiengesetzes, wonach die Gestaltung der Vorstandsbezüge darauf beruhen soll, langfristige Anreize zur nachhaltigen Unternehmensentwicklung zu setzen, keine Wirkung gezeigt, kritisiert die Arbeiterkammer.

Eine löbliche Ausnahme bilden laut AK nur die Erste Group und die OMV. Dort kämen sehr wohl auch nicht-finanzielle Parameter zum Tragen. Die Erste verwendet der AK-Studie zufolge „Feedback an die Führungskräfte“ als Vergütungsbaustein. Der Energiekonzern OMV richtet immerhin 20 Prozent der variablen Vergütungen an Nachhaltigkeit im Sinne von Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz aus.

Die Chefs der deutschen Großkonzerne haben im vergangenen Jahr laut einer Studie des Beratungsunternehmens Towers Watson im Durchschnitt 5,33 Millionen Euro verdient (drei Prozent mehr als im Jahr 2011).

Spitzenreiter Winterkorn

Spitzenreiter in der deutschen Gehalts-Rangliste ist wie schon 2011 Volkswagen-Chef Martin Winterkorn mit insgesamt 12,8 Millionen Euro. Er verdiente damit um fast vier Millionen Euro weniger als 2011. Dennoch liegt er im europäischen Vergleich ganz vorne, jedoch weit hinter vielen Vorstandschefs von börsenotierten US-Konzernen.

 

Wolfgang Leitner

Der Chef des steirischen Anlagenbauers Andritz war im Vorjahr laut einer Studie der Arbeiterkammer mit mehr als fünf Millionen Euro Jahresvergütung der bestverdienende Manager eines börsenotierten Unternehmens in Österreich. Der 60-jährige gebürtige Grazer besitzt über seine Certus Beteiligungs-GmbH knapp 30 Prozent des Unternehmens.

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