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Wirtschaft

Linzer Schiffswerft baut pro Jahr ein Schiff

Von Marlies Czerny aus Solothurn   10. April 2012 00:04 Uhr

Ein Schiff pro Jahr aus Linz
In Linz in Teile zerlegt und auf dem Landweg in die Schweiz gefahren: Die »Rousseau« auf ihrer Jungfernfahrt.

LINZ/SOLOTHURN. 48 Meter lang, 210 Tonnen schwer und acht Millionen Franken (rund 6,5 Millionen Euro) teuer: Die Schiffswerft Linz übergab vergangene Woche ihren jüngsten Schiffsneubau in der Schweiz seiner Bestimmung.

Die Linzer sind echte Profis“, lobte der Chef der Bielersee-Schifffahrts-Gesellschaft die frisch getaufte „Rousseau“, die auf der Aare bis Solothurn die Jungfernfahrt absolvierte.

Die 100 Mitarbeiter der Linzer ÖSWAG Werft GmbH haben rund 25.000 Arbeitsstunden in den Neubau gesteckt. In Linz wurde er in sechs Meter lange Teile zerlegt, von elf Schwertransporten der Welser Firma Felbermayr in die Schweiz gefahren und dort zusammengebaut.

Maschinenbau doppelt so groß

Ziel der ÖSWAG-Werft sei es, ein neues Schiff pro Jahr zu bauen. Der Schiffsneubau sei eine Herzensangelegenheit, aber keine Überlebensstrategie des Unternehmens, sagte in Solothurn Prokurist Reinhard Rath. Das Hauptgeschäft seien die Wartung, das Service und die Reparatur. „Verdienen kannst du nichts im Neubau, nur einen Deckungsbeitrag erwirtschaften“, sagte Rath.

Stärker ist die ebenfalls zur ÖSWAG-Holding GmbH gehörende Maschinenbau GmbH, „aber wir sind auch mit der Werft zufrieden“, sagte Geschäftsführer und Hauptgesellschafter Reinhard Suppan. Er lenkt seit einem Management-Buy-Out im Jahr 2004 die Gruppe. Diese beschäftigt in der Linzer Hafenstraße rund 330 Mitarbeiter, davon etwas mehr als 100 im Schiffsbereich.

Bei ihm habe sich der Umsatz in den vergangenen Jahren auf 14 bis 20 Millionen Euro eingependelt. Das operative Ergebnis lag 2010 bei knapp 1,6 Millionen Euro. Suppan führt das Unternehmen ohne viel Aufhebens. „Wir bemühen uns, nicht viel hinauszuposaunen“, sagte er in Solothurn.

Die ÖSWAG-Gruppe genießt hohe Bonität und gilt als ertragsstark. Das war nicht immer so. Bis zur Privatisierung vor 20 Jahren war sie ein massiver Verlustbringer. Als mit dem Fall des Eisernen Vorhangs die Großaufträge aus Osteuropa, vor allem der Sowjetunion, ausblieben, stieß die Republik das einstige Vorzeigeunternehmen ab.

 

Die Schiffswerft Linz hat eine turbulente Geschichte

Gründung: 1840 ließ Ignaz Mayr in seiner neuen Werft den ersten Donaukahn aus Eisen bauen. Um 1900 mehr als 600 Mitarbeiter.

Verstaatlichung: 1946 wurde der NS-Rüstungsbetrieb verstaatlicht, 1974 mit der Staatswerft Korneuburg fusioniert und der Voest Alpine eingegliedert. 1992 Privatisierung an die Auricon von Herbert Liaunig (Austria Email, Waagner-Biro).

ÖSWAG heute: Vier Fünftel hält Geschäftsführer Reinhard Suppan (54), ein Fünftel Schiffswerft-Privatstiftung

 

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