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Wirtschaft

Gold: FMA warnt vor unseriösen Anbietern

Von nachrichten.at (cs)   25. Februar 2010 15:56 Uhr

WIEN. Gold gilt als besonders sichere Veranlagung und erfährt vor allem in Krisenzeiten eine erhöhte Nachfrage. Viele Unternehmen nutzen daher die Gunst der Stunde und gehen mit verschiedensten Gold-Produkten hausieren - die allerdings teils alles andere als sicher erscheinen.

Die Finanzmarktaufsicht (FMA) hat zum Thema Gold zahlreiche Kundenanfragen bekommen und warnte heute, Donnerstag, vor unseriösen Anbietern. Insbesondere, wenn dem Käufer für die Vermittlung weiterer Kunden hohe Provisionen angeboten werden, sei Vorsicht geboten: Es könnte sich um ein Pyramidenspiel handeln.

"Sehr genau prüfen"

Bevor man sein Erspartes in Gold investiert, "sollte man sehr genau prüfen", hieß es aus der Behörde. Der Handel mit Goldbarren bedarf nämlich keiner Konzession der FMA und wird somit auch nicht von dieser überwacht. Auch das Führen von Konten über Kundenansprüche gegen den Anbieter auf Ausfolgerung von Gold aus Einkaufskommissionen stellt kein Bankgeschäft dar, wie die FMA mitteilte.

Bei vielen Modellen, etwa den sogenannten Goldsparplänen, bekommen die Kunden gar keine Goldbarren ausgefolgert. Versprochen wird lediglich, dass ein monatlich eingezahlter Betrag in Gold investiert wird. Der Anleger erwirbt also nur einen schuldrechtlichen Anspruch auf die Übergabe des Goldes. Sollte das Unternehmen in Zahlungsschwierigkeiten geraten oder verschwinden, bekommt der Kunde seine Barren möglicherweise nie zu Gesicht. Einige der Firmen, derentwegen sich Verbraucher an die FMA gewandt haben, säßen im Ausland. "Gold ist nur wertstabil, wenn man es physisch hat", meinte FMA-Sprecher Klaus Grubelnik auf APA-Anfrage. Da die FMA für derartige Anbieter nicht zuständig ist, bleibt - sollte man tatsächlich Betrügern aufsitzen - nur der Klagsweg.

Anfrage an Finanzminister

Argwöhnisch steht auch die Arbeiterkammer (AK) Goldsparplänen gegenüber. Schon im Herbst des Vorjahres warnten die AK-Konsumentenschützer nach einer "guten Handvoll" Beschwerden vor der Firma KB Edelmetall mit Sitz in München und Luzern. Kritikpunkte waren die "viel zu hohen Kosten", die mangelnde Risiko-Aufklärung und die "dürftigen Vertragsklauseln". Die AK prüft die Causa nach wie vor "in rechtlicher Hinsicht", hieß es heute. SP-Konsumentenschutzsprecher Johann Maier hat wegen KB Edelmetall sogar eine eine Anfrage an Finanzminister Josef Pröll (V) eingebracht. Die Antwort sei "absolut nicht zufriedenstellend" ausgefallen, weil die Öffentlichkeit keine Auskunft über die Geschäfte eines Finanzdienstleisters bekomme, so Maier heute zur APA. Beim Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat es noch keine Beschwerden über Goldsparpläne gegeben, hieß es heute.

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