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Wirtschaft

G20: Keine Zustimmung aus Europa für höhere IWF-Zahlungen

27. Februar 2012 00:04 Uhr

Dicke Berta und Free Lunch
Große Runde: Finanzminister und Notenbanker in Mexiko

MEXIKO-CITY. Die Finanzminister der 20 größten Wirtschaftsmächte der Welt (G20) versuchten in der mexikanischen Hauptstadt Voraussetzungen zu schaffen, um im April in Washington bei der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) zusätzliche Mittel für den Fonds zu beschließen. Doch dazu kam es nicht.

Der IWF – laut Eigendefinition eine „Kreditgenossenschaft“, die Staaten mit Darlehen hilft – will bis zu 600 Milliarden Dollar (447 Milliarden Euro) von zahlungskräftigen Mitgliedsländern einsammeln. 200 Milliarden sollen aus Europa kommen.

Derzeit befinden sich 386 Milliarden Dollar in der IWF-Kasse. Der Großteil der Krisenhilfen ist in Europa gebunden. Die höhere Schlagkraft des IWF soll aber nicht nur Europa zugute kommen, sondern der gesamten Welt.

G20-Länder wie die USA plädieren dafür, dass die Europäer selbst noch mehr Geld in die Hand nehmen müssten, um die Schuldenkrise in Europa zu überwinden. US-Finanzminister Timothy Geithner forderte die Europäer, und damit vor allem die Deutschen, auf, ihre Einzahlungen in den IWF aufzustocken. Das sei die Voraussetzung dafür, dass auch andere Länder ihren Beitrag leisten würden, um den Schutzwall zu stärken, sagte etwa der Zentralbankchef des IWF-Vorsitzlandes Mexiko, Agustin Carstens.

Eine Aufstockung der Rettungsschirme lehnten die Deutschen allerdings ab. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) verwies darauf, dass die europäischen Staatschefs vereinbart hätten, die Entwicklung im März zu überprüfen, und bis zum 31. März eine Entscheidung zu treffen.

Er verließ die Tagung in Mexiko vorzeitig, um am Montag an der Debatte über das zweite Griechenland-Rettungspaket im Deutschen Bundestag teilnehmen zu können.

Deutschland werde darauf drängen, nach dem kurzfristigen Krisenmanagement mittel- und langfristige Herausforderungen wie die Themen Haushaltssanierungen, Strukturreformen und Regulierung der Finanzmärkte anzugehen. „Das haben wir verständlich machen können“, sagte Schäuble.

 

Dicke Berta und Free Lunch

Erst im Dezember hat die Europäische Zentralbank (EZB) einen Dreijahres-Tender mit viel billigem Geld den europäischen Banken angeboten.

Kommenden Mittwoch folgt erneut eine langfristige Geldspritze – wieder mit so günstigen Konditionen, dass Händler von „geschenktem Geld“ bzw. einem „Free Lunch“ sprechen. Fällig wird der historisch niedrige Leitzins von einem Prozent. EZB-Präsident Mario Draghi ermunterte die Institute, von dem Angebot der Zentralbank ohne Scheu Gebrauch zu machen.

Gerechnet wird mit einem ähnlichen Volumen wie im Dezember, als Draghi von einer „dicken Berta“ sprach.

Im Dezember wurden 489 Milliarden Euro abgerufen. Das Geld soll in den Anleihemarkt und in den Kreditsektor fließen. Allein Italien braucht in den nächsten beiden Monaten frische 100 Milliarden Euro und muss dazu Anleihen begeben.

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