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Wirtschaft

Eine alte Idee wiederbelebt: "Echte" Strohhalme

Von Ulrike Rubasch   28. Dezember 2018 00:04 Uhr

Eine alte Idee wiederbelebt: "Echte" Strohhalme

ATZBACH. Biobauer Daniel Auinger aus Atzbach wagt ein Pionierprojekt – Nachfrage steigt schnell

Die Idee für "echte" Strohhalme, die auf seinem Biohof wachsen, hatte Daniel Auinger (41) bereits in der Schule. Einer seiner Lehrer erzählte von früher, als sich die Kinder gerne aus dem Stroh Trinkhalme brachen.

In Zeiten, in denen Wegwerfplastik wie Trinkhalme aus Kunststoff in der Kritik der Plastikvermeider und der Politik stehen, bekommt diese Idee wieder Bedeutung. Also fasste sich Auinger vor sieben Jahren ein Herz und sagte sich: "Das mach’ ich!"

Leichter gesagt als getan – es brauchte ein gerüttelt Maß an Nachforschung, wie man so ein Projekt am besten auf die Beine bringt. Ein Besuch in einer alten Strohregion bei Bremen brachte das nötige alte Wissen ans Licht. Er durfte sich aus dem Strohmuseum zwei Maschinen ausborgen, um sie daheim im Hausruckviertel mit Freunden und Tüftlern nachzubauen bzw. weiterzuentwickeln.

Was ihm von Anfang an klar war: "Ich wollte auf keinen Fall, wie sie es früher getan haben, die Halme mit chemischen Lösungen bleichen und keimfrei machen", sagt Auinger. Er selbst betreibt nach dem Besuch der landwirtschaftliche Schule in Otterbach seit mehr als 20 Jahren einen Biohof, den er von einer Verwandten übernommen hat. Heute hält er 6000 Legehennen und baut Getreide an. Die Reinigung der Strohhalme bewerkstelligt er nun mit Dampftechnologie.

Alles Getreide, dessen Stroh er für seine Halme verwendet, kommt von seinen Feldern. Nur zum Schneiden verlässt es den Hof: In geschützten Werkstätten und in Gefängnissen lässt Auinger diesen Arbeitsschritt durchführen. Die Verpackung und der Versand werden am Hof abgewickelt. Insgesamt arbeiten 20 Leute inklusive seiner Eltern am Hof.

Supermärkte interessiert

Die Nachfrage nach den Strohhalmen zog in den vergangenen Monaten stark an, freut sich der darob "voll motivierte" Biobauer. Noch vertreibt er die Halme, die in hübsche Kartonverpackungen mit 80 Stück (je nach Länge circa zehn Euro) bis zu Großpackungen für die Gastronomie (2500 Stück) gefüllt sind, auf Messen und auf direkte Anfrage, auch nach Italien, Deutschland und in die Schweiz. Anfang des Jahres soll seine neue Homepage online gehen. Eine große österreichische Handelskette habe bereits angefragt, sagt der bisher nach seinen Angaben einzige österreichische Strohhalm-Produzent. Mehr als drei Millionen Halme hat er bereits verkauft.

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