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Deutsche Wirtschaftsweise senken ihre Prognose deutlich

Von OÖN   08.November 2018

Deutsche Wirtschaftsweise senken ihre Prognose deutlich
Volker Wieland (v.li.) Isabel Schnabel, Christoph Schmidt (Vorsitzender), Peter Bofinger und Lars Feld

Wegen des Brexit und der internationalen Handelskonflikte blickt der Sachverständigenrat der deutschen Regierung, die sogenannten Wirtschaftsweisen, pessimistischer auf die Konjunktur. Die deutsche Wirtschaftsleistung werde heuer um 1,6 Prozent und 2019 nur noch um 1,5 Prozent wachsen, teilten die fünf Ökonomen gestern in Berlin mit. Bisher waren sie von 2,3 bzw. 1,8 Prozent ausgegangen.

Aufgrund von Handelskonflikten, Produktionsproblemen in der Autoindustrie und zunehmenden Kapazitätsproblemen sei mit einer Abschwächung des Wachstums zu rechnen, so die Ökonomin Isabel Schnabel.

Wegen der aggressiven Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump sollte die EU protektionistischen Tendenzen entgegentreten. Die Ökonomen sagten aber auch: "Die EU sollte innerhalb der Regeln der Welthandelsorganisation Vergeltungsmaßnahmen in Betracht ziehen, um Regelverletzungen glaubwürdig zu bestrafen." Auf nationaler Ebene stelle der demografische Wandel die größte Herausforderung dar. Die Alterung der Gesellschaft betreffe Deutschland mehr als andere Länder. Es bedürfe daher einer weiteren Erhöhung des gesetzlichen Renteneintrittsalters.

Osteuropa weiter robust

Das Wachstum in den meisten Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas sei nach wie vor robust, hieß es gestern bei der Präsentation der Wachstumsprognose durch das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW). Dies dürfte sich 2019 und 2020 fortsetzen. Allerdings habe das Wachstum in der Region seinen Höhepunkt überschritten. Das schwächere Nachfragewachstum in der Eurozone und China stellen die Exporte vor zunehmende Herausforderungen.

Die Türkei werde jetzt mehrere Quartale eine Rezession durchlaufen, erwarten die Wiener Ökonomen. Besonders für 2019 hat das WIIW seine Türkei-Prognose scharf nach unten korrigiert, gleich um drei Prozentpunkte. Auf das ganze Jahr 2019 gesehen, dürfte aber ein kleines einprozentiges Wachstum der türkischen Wirtschaft verbleiben, heißt es beim WIIW.

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17. Oktober 2019