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DHL geht in Österreich in die Offensive: Eigenes Netzwerk für Paketzustellung

Von (hn)   19.August 2015

DHL

Ausgerechnet im Wachstumssegment Pakete bekommt die heimische Post jetzt Konkurrenz von einem potenten Mitbewerber: Deutsche Post DHL.

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Das Unternehmen mit Sitz in Bonn und Arbeitgeber für fast 500.000 Mitarbeiter will in Österreich eine eigene Infrastruktur für die Paketzustellung aufbauen und dafür "einen dreistelligen Millionenbetrag" investieren.

Was die Deutschen genau vorhaben, wollen sie noch nicht verraten. Unternehmenssprecherin Dunja Kuhlmann verwies im Gespräch mit den OÖNachrichten auf den 1. September. Da will DHL seine Österreich-Pläne präsentieren.

DHL-Österreich-Chef ist der gebürtige Österreicher Günter Birnstingl, der auf lange Erfahrung im Logistikbereich bei den Deutschen zurückblicken kann. Die Unternehmenszentrale wird gerade im 10. Wiener Bezirk fertiggestellt. Bis Jahresende will DHL die Nummer zwei auf dem österreichischen Paketmarkt werden, so Kuhlmann.

Die Deutsche Post mit ihrer DHL Group ist gerade dabei, eine europaweite Paketlogistik für Europa aufzubauen. Nach den Benelux-Ländern, Polen der Tschechischen Republik und der Slowakei sei Österreich "der nächste logische Schritt gewesen", sagt Kuhlmann.

Aus Partner wird Konkurrent

Bisher hat die österreichische Post die Pakete, die zuvor im Internet bei Amazon, Zalando & Co. bestellt wurden, von DHL übernommen und in Österreich zugestellt. Das wollen die Deutschen jetzt selbst machen. Aus Partnern werden so Konkurrenten. 60 Prozent des Paketaufkommens der Post aus dem Online-Handel kommen aus Deutschland.

Dass die Attacke aus dem Nachbarland der Post Geschäft kosten wird, ist klar. "Wir nehmen die Pläne der Deutschen sehr ernst", sagt Post-Sprecher Michael Homola. Entscheidend sei aber, was die Deutschen tatsächlich vorhaben. Von dem angekündigten dreistelligen Millionenbetrag, der investiert werden soll, lässt sich Homola nicht beeindrucken. "Wir investieren jährlich rund 100 Millionen Euro – und das schon seit vielen Jahren."

Die Attacke aus Deutschland komme "nicht völlig überraschend". Man sei auch entsprechend vorbereitet. Mit Samstagszustellung und dem massiven Ausbau an Paket-Abholstationen habe man die Qualität in den vergangenen Jahren deutlich gesteigert. Diesen Vorsprung will die Post auch gegenüber dem Riesen aus Deutschland in den nächsten Jahren verteidigen. 

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08. Juli 2020