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Backaldrin vs. Pfahnl: Betriebsspionage im Krieg der Müller

Von Josef Lehner, 23. Juni 2012, 00:04 Uhr
Betriebsspionage im Krieg der Müller Pensionist kommt vor den Strafrichter
Zum Kriminalfall ausgewachsen: Der ursprünglich „schwarz“ errichtete Erweiterungsbau der Pfahnl-Mühle im Aisttal (Werk) Bild: Werk

LINZ/PREGARTEN. Der pensionierte Kraftfahrer F. dürfte seinen Augen nicht getraut haben, als er kürzlich vom Landesgericht Linz Post erhielt.

Er müsse sich kommenden Dienstag, 26. Juni, wegen Verstoßes gegen Paragraph 123 Strafgesetzbuch vor einem Strafrichter verantworten. Es geht um „Auskundschaften von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen“, also um Betriebsspionage.

F. ist plötzlich die Hauptfigur im Rechtsstreit, den zwei prominente oberösterreichische Mühlenbetriebe, Backaldrin in Asten und Pfahnl in Pregarten, seit vier Jahren mit ungewöhnlicher Heftigkeit vor verschiedensten Behörden und Gerichten austragen. Er soll vom bundesweit bekannten Detektiv Dietmar Guggenbichler im Namen der Firma Backaldrin beauftragt worden sein, Geschäftsgeheimnisse der Firma Pfahnl auszuspionieren.

Stardetektiv im Einsatz

Guggenbichler brachte tatsächlich im September 2011 eine umfangreiche Anzeige gegen Pfahnl bei mehreren Behörden und Gerichten ein. Er legte umfangreiche Dokumente bei, die belegen sollen, wann und wo von Pfahnl Arbeits- und Umweltschutzbestimmungen verletzt worden seien.

Die Firma Pfahnl analysierte die Anzeige und stellte fest, dass sich alle Fakten auf den erst im August 2011 engagierten Aushilfsfahrer F., einen Pensionisten, bezogen. „Es waren belanglose Verstöße, die mit den Behörden längst erledigt sind“, sagt Pfahnl-Betriebsleiter Ralf Velten den OÖNachrichten. Der Fahrer wurde entlassen. Gegen Backaldrin wurde ein Verfahren wegen unlauteren Wettbewerbs (UWG) angestrengt, weil offensichtlich gewesen sei, dass der Fahrer Fahrtdaten weitergegeben habe, die Kundennamen, Art der Ware und Mengenangaben enthielten. „Es wurden damit Daten ausspioniert, die für einen Konkurrenten sehr wertvoll sind“, sagt Velten. Das UWG-Verfahren endete mit einem Vergleich.

Daraufhin brachte Pfahnl das Strafverfahren gegen den Pensionisten ins Rollen, weil damit offensichtlich nochmals der Backmittelkonkurrent attackiert werden kann: „Die Guggenbichler-Anzeige belegt eindeutig, dass wir im Auftrag von Backaldrin ausspioniert worden sind“, sagt Velten.

„Lassen uns nichts gefallen“

„Dieses Strafverfahren hat nichts mit uns zu tun“, lautet die Stellungnahme von Backaldrin. Es sei aber befremdlich, dass der Mitbewerber trotz des Vergleichs nun so fortfahre. Velten kontert: „Ungestrafte Betriebsspionage darf nicht Schule machen. Wir wollen damit auch zeigen, dass wir uns nichts mehr gefallen lassen.“

Backaldrin teilte gestern außerdem mit, dass es Guggenbichler nicht beauftragt habe, sondern ihm vielmehr im Juli 2011 schriftlich Betriebsspionage untersagt habe (E-Mail liegt der Redaktion vor).

Guggenbichler ist für nächsten Dienstag nicht als Zeuge geladen, wohl jedoch ein Backaldrin-Geschäftsführer. Der Detektiv sagt den OÖNachrichten: „Natürlich habe ich im Auftrag von Backaldrin ermittelt und die Anzeige abgeschickt, nachdem ich sie im Unternehmen vorgelegt habe. Aber es ist nie um Betriebsspionage gegangen. Das ist strafrechtlich verboten und würde ich nie tun.“ Er habe den Fahrer zufällig kennen gelernt und ihn nur gebeten, ihm ein paar Dinge zu erzählen.

Für Guggenbichler ist das Strafverfahren „eine Frechheit“: „Schon wieder wird der falsche Baum angepinkelt. Der Jurist der Bezirkshauptmannschaft ist wegen des Pfahnl-Schwarzbaus verurteilt worden. Die hohe Landespolitik hat bei der Eröffnung mitgefeiert.“


Der Mühlenkrieg

Die Wurzel: Die aufstrebende Pfahnl-Mühle in Pregarten sucht im Dezember 2007 um Genehmigung eines großen Erweiterungsbaues an, der aber längst fertig ist. Marktführer Backaldrin Asten unterstützt die Anrainer bei Klagen. Begründung: Wer Gesetze ignoriere, dürfe keinen Wettbewerbsvorteil haben.

Eskalation: Pfahnl fühlt sich wegen des Rechtsstreits, der sich bald durch alle Behörden, Gerichte und Instanzen zieht, verfolgt. Die Rache: Pfahnl beantragt vor dem Patentamt, dass Backaldrin die Rechte für das wichtigste Produkt, den Kornspitz, entzogen werden (noch anhängig).

Opfer: Bernhard Klein, Gewerbejurist bei der Bezirkshauptmannschaft Freistadt, wird im März 2012 wegen Amtsmissbrauchs verurteilt; er habe den Pfahnl-Schwarzbau nicht eingestellt.

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7  Kommentare
7  Kommentare
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Salafant (126 Kommentare)
am 24.06.2012 01:43

Gilrun, dein Posting ist nicht nur mit Rechtschreibfehlern behaften, sondern auch mit einigen Vorurteilen gepflastert:
Wer protzt? Wer belästigt? Wer hat begonnen?
All diese Fragen sind von uns nicht zu beantworten. Es ist schön, wenn du einen heimischen Betrieb schützen willst, aber wo ist bei Pfahnl ein Ortskanal? Und war es wirklich der Konkurrent der diese Story lanciert hat. Zu Guggenbichler ist zu sagen, dass er immer wieder dubiose Rollen spielt. Warten wir ab, bis die Wahrheit ans Licht kommt und schimpfen dann.

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( Kommentare)
am 24.06.2012 07:51

Salafant, für meine Rechtschreibfehler entschuldige ich mich natürlich.
Doch an meinen Vorurteilen ist auch wahres dran: im Artikel steht selbst, dass Backaldrin "einen Rattenschwanz an Verfahren losgetreten hat." Andere Fragen mögen villeicht Vorurteile sein.

Doch ich finde es Abgrundtief, dass backaldrin mit seinen "Aktionen" keinerlei auf die Kinder von Fa. Pfahnl achtet!!! Stellen Sie sich vor, sie währen ein Kind einer prominenten Firma, und müssten dann ständing irgendwelche Artikel über die Firma der Eltern in der Zeitung lesen. Also mir wäre das echt zu blöd!!!
Eine Frage hätte ich zum Schluss noch: Warum können die Anreiner nicht einfach wegziehen?!?

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ingeoma (3.327 Kommentare)
am 23.06.2012 14:26

hat nicht nur den wunderbaren Kornspitz erfunden sondern auch die Unart, den scheußlichen billigen Sojaschrot unter die Backmischung, die an alle Bäcker und Brotfabriken geliefert wird, zu schwindeln. Ob man nun mag oder nicht, in jedem stinknormalen Brot ist Soja enthalten.

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oneo (19.368 Kommentare)
am 23.06.2012 17:08

ist ja ein ballaststoff, der billig entsorgt wird. dabei ist der kornspitz preislich total abgehoben. jeder bäcker bringt die gleiche qualität zustande - aber ohne backaldrin mischung.

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bellinda1 (14 Kommentare)
am 23.06.2012 14:24

... das kann nur ein vor Präpotenz strotzender Unternehmer behaupten, der ohne Rücksicht auf seine Umgebung macht was er will. Wenn es ein belangloser Verstoß ist, dass man Abwässer in die Aist einleitet, die dann direkt auf dem in der Nähe liegenden Badeplatz ankommen, dann versteht man die Welt nicht mehr. Auf die Persönlichkeit, die hier endlich reinen Tisch macht würden viele warten!!

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( Kommentare)
am 23.06.2012 21:15

Zu ihrem Kommentar gibt es aber einiges zu sagen!!!
Zuesrt möchte ich klar stellen, dass Backaldrin die Firma ist, die extrem protzt! Wer bezahlt denn den Anreinern den Anwalt? Wer hat denn begonnen, Firma Pfahnl grundlos zu belästiegen? Die Antwort ganz klar: Backaldrin!!! Noch dazu finde ich es unmöglich, dass backaldrin Pfahnl einen Spion angehängt hat! Villeicht sollte man doch einmal backaldrin einen Spion anhängen und schaun, wie dies für ihn ist. Und zu ihrer Aussage, dass Pfahnl Abwässer in die Aist fließen lasst, habe ich auch noch etwas zu sagen: Pfahnl lässt das Abwasser in den Ortskanal fließen! Der Kongurent hat sich die Geschichte einfallen lassen, dass Pfahnl das Abwasser in die Aist fließen lasst!!
Zusammenfassend kann man sagen, dass Firma Pfahnl die Guten sind & die eigentlich schlimmsten sind die Anreiner!

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funfunfun (1.921 Kommentare)
am 23.06.2012 22:24

demnächst verlangt er wieder das Recht der ersten Nacht, das ham ma imma so gemacht.

Aber leider wird dies von den Obergscheitln den Bürgermeistern auch noch immer so gehandhabt - ein Trottel der sich an Vorgaben und Regeln hält - wirst nur für dumm verkauft.

Der beste Clou - die Wappler verlangen immer Toleranz - interessant ist dabei, dass man immer Tolerant gegenüber denen sein soll, die sich an nichts halten, dh. selbst nicht tolerant sind...

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