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Wirtschaft

36 Flüge gestrichen: Waren Ausfälle bei der AUA ein stiller Protest der Piloten?

Von Stefan Fröhlich   24. Juli 2015 19:17 Uhr

36 Flüge gestrichen: Waren Ausfälle bei der AUA ein stiller Protest der Piloten?
Vor allem bei der Fokker- und Dash-Flotte konnten in dieser Woche zahlreiche ausgefallene Piloten nicht ersetzt werden.

WIEN. Bord-Betriebsrat dementiert eine geplante Aktion – verantwortlich sei Personalmangel.

"Warum wurde mein Flug kurzfristig gestrichen?" Eine Frage, die die AUA in den vergangenen Tagen verärgerten Kunden häufig beantworten musste. Dass eine Fluggesellschaft Flüge streicht, ist an sich nichts Außergewöhnliches. Die AUA allerdings musste alleine am Donnerstag und gestern, Freitag, 36 Flüge ab oder nach Wien streichen, während alle anderen Fluglinien in Wien kein einziges Mal "cancelled" vermeldeten. Auf Facebook und Twitter entschuldigte sich die AUA und gab "betriebliche Gründe" für die Ausfälle an.

"Auf der Kurzstrecke sind leider einige Piloten kurzfristig nicht verfügbar gewesen", sagt AUA-Sprecher Peter Thier auf Anfrage der OÖNachrichten – sie haben sich offenbar krank gemeldet. Dass es sich dabei um eine konzertierte Protestaktion von unzufriedenen Piloten handle, wie hinter vorgehaltener Hand gemunkelt wurde, dementieren sowohl Unternehmen als auch Betriebsrat. "Wir haben einen anspruchsvollen Sommerflugplan, bei dem es durch die Ausfälle zu Problemen gekommen ist", sagt Thier, ein paar Flüge seien aber auch aufgrund von schlechtem Wetter und technischen Problemen ausgefallen.

Minhard sieht sich bestätigt

Bord-Betriebsratschef Karl Minhard sieht sich in seiner Kritik, die er schon im Mai vorgebracht hatte, bestätigt: "Die Planung ist problematisch, wir haben einfach zu wenig Personal." Minhard sagt im OÖN-Gespräch, dass das Personal "ausgequetscht" werde und es "irgendwann einmal genug" sei. Die Piloten würden durchaus bereit sein, einzuspringen, doch den "permanenten Engpass" könne man nicht mehr stopfen. Den scheidenden Vorständen Jaan Albrecht und Klaus Froese wirft Minhard vor, einen Scherbenhaufen hinterlassen zu haben, den Nachfolger Kay Kratky nun aufarbeiten müsse.

Verschärft soll das Problem laut OÖN-Informationen dadurch werden, dass einige ehemalige Tyrolean-Piloten mit dem neuen Kollektivvertrag nicht zufrieden sein sollen und deshalb das Unternehmen verlassen wollen.

Unternehmenssprecher Thier versicherte, dass man dabei sei, Maßnahmen zu ergreifen, um künftige Streichungen verhindern zu können. Es gebe Verhandlungen darüber, Flugzeuge einschließlich Besatzung zu mieten (sogenanntes Wet-lease). Darüber hinaus würde auf Management-Piloten zurückgegriffen und würden Piloten umgeschult, die länger ausfallende Kollegen ersetzen sollen. "Wir sind zuversichtlich, dass wir die Situation schnell wieder in den Griff bekommen", sagt Thier.

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