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Wirtschaft

30 Jahre .at – Wie ein Kürzel das Internet veränderte

29. September 2018 00:04 Uhr

30 Jahre .at – Wie ein Kürzel das Internet veränderte
Jeder in Österreich kann um eine beliebige Domain ansuchen. Es gibt keine Zensur. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“ Richard Wein, Geschäftsführer der Registrierungsstelle nic.at (li.)

SALZBURG. Österreichische Domain erschien 1988 – heute hat jedes Dorf eine.

"Es gibt heutzutage in Österreich keine Gemeinde ohne Domain", sagt Richard Wein. Er ist Chef des Salzburger Unternehmens nic.at, das in Österreich als zentrale Registrierungs- und Verwaltungsstelle für Domains fungiert. Darunter versteht man einen weltweit einmaligen, eindeutigen Namen für einen abgegrenzten Teilbereich des Internets – zum Beispiel eine Webseite.

Hierzulande tauchte .at 1988 erstmals auf. Wissenschaftler der Universität Wien nutzten das Kürzel aus einem Punkt und zwei Buchstaben, um Daten auszutauschen. Drei Jahre später startete die Uni mit der öffentlichen Domainvergabe. Der große Andrang machte eine Verwaltung notwendig, 1998 wurde deshalb nic.at gegründet. "Damals gab es 30.000 Domains in Österreich, und wir haben wegen der Technik und rechtlichen Angelegenheiten viel im Nebel herumgestochert", sagt Wein.

Heute sind in Österreich 1,3 Millionen Domains mit .at registriert. Jede Gemeinde hat eine, hervor stechen der erste Bezirk in Wien, Holzhausen und Wintersportgebiete wie Ischgl oder Saalbach-Hinterglemm. Heuer gab es bisher 12.608 Registrierungen.

Im Prinzip könne jeder Private oder jedes Unternehmen um eine beliebige Domain ansuchen – sofern diese noch nicht vergeben ist, sagt Wein: "Wir handeln nach dem Prinzip: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Es gibt aber keine Zensur." Aus technischen Gründen müssen Domains zwischen mindestens einem und maximal 63 Zeichen haben. Der Geschäftsführer erinnert sich an jenen Fall, als eines Tages 50 Anfragen für Domains zu je 63 Zeichen in Salzburg eintrudelten: "Erst haben wir uns gedacht, jemand erlaubt sich einen Spaß. Dann haben wir entdeckt, dass sich ein Programmcode verselbstständigt hat."

Eine Domain sei in Österreich ab acht Euro erhältlich, könne aber auch mehrere Hundert Euro kosten. Nutzer entrichten die Gebühr jährlich, nic.at arbeitet mit Internetdienstanbietern zusammen, die auch am Geschäft mitschneiden.

Markt stößt an seine Grenzen

Weltweit gibt es 337 Millionen Domains, davon sind 44 Prozent länderspezifisch, die anderen 56 Prozent befinden sich unter generischen Top-Level-Domains. Dazu zählen etwa .com, .org, .net oder .info. Die Marktdurchdringung mit .at liegt in Österreich bei 80 Prozent.

Das rasante Wachstum hat aber auch Nachteile: Der Markt scheint gesättigt. Wein: "Die fetten Zuwachsraten gibt es nicht mehr." Potenzial gebe es aber noch bei anderen Technologien, etwa der Blockchain. (rom)

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