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Wirtschaft

115 Mangelberufe: Lange Liste für 1065 Ausländer

20. Dezember 2021 00:04 Uhr

115 Mangelberufe: Lange Liste für 1065 Ausländer
Friseurin ist ein Mangelberuf

LINZ/WIEN. Was haben Hebammen, Rauchfangkehrer, Speditionsfachkräfte und Philosophen gemeinsam? Sie alle stehen auf der oberösterreichischen Mangelberufsliste für 2022.

Das heißt, es ist zu erwarten, dass diese 49 Berufe und weitere 66 von der bundesweiten Mangelberufsliste Mitte dieser Woche endgültig in der Fachkräfteverordnung 2022 des Arbeitsministeriums aufscheinen werden. Bundesweit sind seit dem Vorjahr 21 Berufe dazu gekommen, in Oberösterreich sechs.

In der Praxis soll das bedeuten, dass ausländische Arbeitskräfte, die einen dieser Berufe ausüben, einfacher und dauerhaft zur einer Rot-Weiß-Rot-Card kommen können. 2021 sind bis Ende November 1062 Personen damit nach Österreich gereist, auf Wien entfielen davon 365, auf Oberösterreich 237.

Auf diese Liste kommen Berufe, für die eine Stellenandrangziffer von bis zu 1,5 erhoben wurde. Das bedeutet, auf eine beim Arbeitsmarktservice (AMS) gemeldete offene Stelle kommen maximal 1,5 arbeitslos Gemeldete.

Kritik vor Verordnung

Für die Wirtschaftskammer Oberösterreich greift diese seit Jahren praktizierte Feststellung, dass es zu wenig Kräfte für bestimmte Berufe gibt, zu kurz. "Die Mangelberufsliste spiegelt den wirklichen Bedarf nicht: Viele Betriebe melden dem AMS die benötigten Arbeitskräfte nicht mehr", sagt Präsidentin Doris Hummer. Dazu komme, dass nur Berufe mit abgeschlossener Ausbildung angeführt werden – was für Lenker praxisfremd sei, heißt es etwa bei Transporteuren.

Während man beim AMS davon ausgeht, mit der ebenfalls adaptierten Saisonier-Regelung den Bedarf für heimische Betriebe abdecken zu können, ist die Tourismus-Branche weniger zuversichtlich: Der Bedarf sei dreimal so hoch. (sib)

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