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Wirtschaft

1. April: Tag der Wahrheit für die Herkunft unseres Fleisches

Von Josef Lehner   24. März 2015 00:04 Uhr

1. April ist der Tag der Wahrheit für die Herkunft unseres Fleisches
Was für Rindfleisch gilt, gilt nun auch für andere Fleischsorten.

LINZ/WIEN. Auf Packungen ist das Herkunftsland für alle Fleischarten verpflichtend anzugeben – Schwachstelle in Gastronomie.

Auf diese Verbesserung haben viele Konsumenten, Landwirte und Verarbeiter lange gewartet: Ab 1. April muss in der EU verpacktes Fleisch von Schweinen, Geflügel, Schafen und Ziegen eine Herkunftskennzeichnung tragen. Die EU dehnt damit das Modell aus, das schon 2002 bei Rindfleisch aufgrund der BSE-Krise eingeführt worden ist und sehr gelobt wird.

Trotz dieses Fortschrittes gebe es aber einige Schwächen, sagt Johann Schlederer, der Chef der Österreichischen Schweinebörse, der größten bäuerlichen Vermarktungseinrichtung: "Das Geburtsland des Tieres muss nicht deklariert werden, anders als beim Rind seit 2002 vorgeschrieben. Da haben sich die Ferkelproduzenten in Holland, Dänemark und Deutschland durchgesetzt." Vom Eintritt des Tieres in den Mastbetrieb über die Schlachtung bis zum Großhandel und Einzelhändler gibt es jedoch künftig eine geschlossene Nachweiskette.

Für den größten Fleischvermarkter, den Lebensmittelhandel, gibt es kaum Änderungen, weil er bisher schon auf Herkunft geachtet hat. Vor allem Qualitätsprogramme wie das AMA-Gütesiegel laufen erfolgreich. Bei diesem muss auch weiterhin die Herkunft des Ferkels österreichisch sein. Nur die Diskontkette Lidl hat noch ein Frischfleischangebot mit der deutschen Marke "Metzgerhof". Diese Packungen müssen künftig entsprechend gekennzeichnet werden.

Groß ist die Freude in der heimischen Geflügelwirtschaft, weil hier der Anteil an ausländischer Billigware sehr hoch ist. Bei Pute werden 60 Prozent importiert, bei Huhn etwas mehr als 20 Prozent. Viele Mäster stellen wegen des Preisdrucks den Betrieb ein. "Mit der neuen Kennzeichnung sehen die Konsumenten die Herkunft des Fleisches, und wir hoffen, dass wir für unsere Qualitätsprodukte belohnt werden", heißt es bei Hubers Landhendl im Innviertler Pfaffstätt.

Einen massiven Wandel muss es im Fleischgroßhandel geben. Dort wird viel Importfleisch zerlegt und portioniert. Auf den Packungen steht dann der Name des österreichischen Betriebes. Diese Einbürgerung ist künftig nicht mehr möglich.

Das wird besonders die C+C-Märkte betreffen, wo Gastronomie und Großküchen einkaufen. Rudolf Rogl, der Chef der Rinderbörse, berichtet, dass bei Rindfleisch in Cash & Carry-Märkten ein Auslandsanteil von bis zu 50 Prozent festzustellen sei.

"Kein Problem damit"

"Ich kann dieses neue System nur begrüßen", sagt der Innviertler Großfleischer Rudolf Großfurtner, dessen 500-Mitarbeiter-Betrieb wegen der Nähe zu Bayern traditionell viele Tiere jenseits des Inns einkauft: "Wenn wir Schweine aus Bayern schlachten, steht die Herkunft auf der Verpackung. Da habe ich kein Problem damit."

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