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Wie die Blockchain die Mozartkugel fälschungssicher macht

24. Juni 2019

Blockchain-Scans entlang der Lieferkette

Die Technologie ermöglicht Rückverfolgbarkeit durch die digitale Aufzeichnung der Transaktionen

 

Wie kann ein Kunde am Ende einer Lieferkette sicher sein, dass die von ihm bestellte Ware echt ist. Die  sogenannte Blockchain kann dazu einen wichtigen Beitrag liefern, wie Margot Elwischger, Forscherin an der FH Salzburg im Bereich Logistik und Produktionsmanagement, an einem Beispiel aufzeigte.

Sakura, eine Dame aus Japan, lernte im Urlaub in Salzburg die Original Salzburger Mozartkugeln kennen und lieben. Schnell wurde sie zur Stammkundin und ließ sich die Süßigkeit nach Asien liefern. Großen Wert legt sie darauf, dass die aus dem Ausland importierten Lebensmittel fälschungssicher sind.  Hier kommt die „Blockchain“ ins Spiel.

Ein Container beinhaltet drei Packungen mit jeweils einer „Originalen Salzburger Mozartkugel“. Der versiegelte Container geht per Schiff via Rotterdam nach Shanghai. Im Hafen von Shanghai wird der Container entladen, um die drei Packungen im asiatischen Raum zu verteilen. Der Großhändler entlädt den Container in Shanghai. Dabei wird eine gefälschte Mozartkugel eingeschleust und an den Zielhafen in Tokio geschickt. Bei der Warenübernahme in Tokio wird durch den Scan der Packung erkannt, dass es sich um eine Fälschung handelt. Die rote Mozartkugel weist keinen Scan im Warenausgangslager aus. Der weitere Import nach Japan kann somit unterbunden werden.

Wie in diesem Fall gezeigt, könnte die „Blockchain“ die Zulieferindustrie verändern. Die Endkonsumenten müssen nicht mehr blind auf die Qualität eines Produkts aufgrund eines Markennamens vertrauen. Die komplette Lieferkette könnte mit vertrauenswürdigen Daten nachverfolgt werden. Ein weiterer Meilenstein ist die durchgängige und deutlich erleichterte Chargenrückverfolgbarkeit. Die „Blockchain“ ermöglicht eine durchgängige Datentransparenz in der Wertschöpfungskette.

Die „Blockchain“ ist die nächste Herausforderung, die auf Unternehmen im Bereich der Digitalisierung wartet. Bei diesem Instrument werden alle relevanten Informationen von Transaktionen entlang der Wertschöpfungskette gespeichert. Bei jedem Schritt wird die Kette um einen Block erweitert. Durch Verschlüsselung („Hash-Funktionen“) wird sichergestellt, dass die Einträge nicht mehr geändert werden können und somit fälschungssicher sind. Alle Teilnehmer entlang der Wertschöpfungskette (vom Lieferanten bis zum Endkonsumenten) können die relevanten Informationen (Herkunft der Rohstoffe, Batchnummer- Track) jederzeit überprüfen.

Vermittler spielen keine Rolle

Der Fokus der Blockchain-Technologie konzentriere sich darauf, die Rolle von Intermediären in Geschäftsprozessen weitgehend auszuschließen. Imaginär kann man sich die „Blockchain“ wie ein digitales Geschäftsbuch vorstellen, das analog einem Protokoll alle mit dem Geschäftsprozess in Verbindung stehenden Transaktionen aufzeichnet. Der wesentliche Vorteil besteht darin, dass alle Vertragspartner direkt miteinander in Interaktion treten können und die Daten nicht zentral, sondern verteilt gespeichert werden. Dieses „Peer-to-peer“-Netzwerk ermöglicht es, ohne zwischengeschaltete Instanzen interagieren zu können.

Jede Transaktion erhält einen verschlüsselten Zeitstempel und wird mit der vorangegangenen verknüpft. Aus diesem Prozess heraus entsteht eine zusammenhängende und unveränderbare Kette aller durchgeführten Geschäftsfälle.

Der generierte Mehrwert liegt zum einen in der Senkung der Transaktionskosten durch den Wegfall von Vermittlern sowie im Ausschluss von möglichen Manipulationen. Mithilfe der Blockchain kann in einem Supply-Chain-Netzwerk eine gemeinsame, technologiebasierte Vertrauensbasis geschaffen werden.

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