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Wenn Tanker von Schnellbooten profitieren

24. Juni 2019

Harald Kolbe ist von der Symbiose zwischen Start-ups und Großunternehmen überzeugt.

Großkonzerne und Start-ups können Allianzen bilden, von denen beide Seiten Vorteile haben, sagt Lufthansa-Manager Harald Kolbe

Innovation ist die Währung der digitalisierten Zukunft. Diese Meinung vertritt auch der Chef der digitalen Innovationsabteilung der Lufthansa Technik Services, Harald Kolbe. „Digital Warehouse“ nennt sich eines der Programme, das er mit seinem Team betreibt. Dafür wurde er vom Lufthansa-Vorstand mit dem Innovator Award ausgezeichnet. Kolbe sieht als Erfolgsgeheimnis die Zusammenarbeit von Konzernen mit Start-ups. Das könne beiden Seiten nützen.

„Start-ups können von der starken Marke des Konzerns profitieren“, sagt der Lufthansa-Manager.

Wenn sie eine Marktlücke entdecken würden, könnten sie sich voll auf die damit verbundene Problemlösung fokussieren. Die eingesetzte Kreativität könne in zukunftsweisende Produkte oder neue Geschäftsmodelle münden. „Jungunternehmen sind flexibler und innovativer und haben deshalb oft die Nase vorn“, sagt Kolbe. Wenn es um das operative Geschäft und um Know-how in der Branche gehe, dann könnten die Newcomer von den Branchenriesen profitieren.

Start-ups bringen enorme Umsetzungsstärke mit, sagt Kolbe. „Sie leben von kurzen Entwicklungszyklen, in denen sie schnell Anpassungen vornehmen können.“ Der Manager vergleicht Start-ups mit Schnellbooten, Konzerne mit Tankern, wenn es um Entscheidungs- und Umsetzungsgeschwindigkeit geht. „Sie bringen auch kulturell eine erfrischende Dynamik und Aufbruchsstimmung mit, die sich auf die Projektmitarbeiter der Konzerne übertragen kann.“ Auch die öffentliche Wahrnehmung sei positiv, wenn Konzerne mit Start-ups ihren Fortschrittsdrang unterstreichen.

Potenzial für Verbesserungen

Wichtig sei es in einem Projekt, das Problem benennen zu können und den Anwendungsfall in den Vordergrund zu stellen. Bei Lufthansa sei der Scan-Prozess seit Jahren etabliert gewesen. Der smarte Datenhandschuh aber sei viel ergonomischer und biete gleichzeitig das Potenzial für weitere Prozessverbesserungen. Hierarchien und lange Abstimmungswege würden in Großkonzernen die Innovation drosseln. „Deshalb braucht es eine gewisse Innovationskultur im Unternehmen“, sagt Kolbe. Moderne Formate und Innovationsmethoden seien durchaus auch in etablierten Großunternehmen implementierbar. „Unsere etablierte Innovationskultur dient bei Projekten als Brückenkopf in der Zusammenarbeit mit den Start-ups“, sagt der Lufthansa-Manager.

Es brauche einen Innovationstreiber und klare Zuständigkeiten in den Unternehmen, dazu die Unterstützung des Managements, um Veränderungen durchzuführen. Moderne Formate wie Boost Camps und Inkubatoren helfen dabei, Ideen und Projekte schneller zu bearbeiten. Wichtig sei es auch, Mitarbeiter für Projekte freizustellen, damit sie sich voll darauf konzentrieren können. Das ermögliche gleiche Rahmenbedingungen, wie sie Start-ups haben.

Kolbes Abteilung betreibe viel Trendforschung, bekomme aber gleichzeitig viele Angebote von Start-ups. Agenturen seien dabei hilfreich, unabhängige Bewertungen abzugeben.

„Ohne Start-ups stünden wir nicht da, wo wir heute sind“, sagt Kolbe. Man profitiere vor allem von der eigenen Umsetzungsgeschwindigkeit.

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