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Digitalisierung

Chancen einer erfolgreichen Digitalisierung

Von Sonderthemen-Redaktion   13. Februar 2021 00:01 Uhr

Studie zeigt Potenzial digitaler Technologien für Unternehmen und Wirtschaft

Die Corona-Pandemie hat uns vor Augen geführt, wie wertvoll digitale Technologien sind. Die im Juni 2020 erschienene Accenture- Studie „Digitalisierung – Konjunkturmotor in der Krise“ im Auftrag des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort bzw. Digital Austria zeigt Potenziale, die eine gelungene digitale Transformation für Wirtschaft, Unternehmen und auch die Gesellschaft haben kann, auf. Diese Potenziale sind beachtlich. Die Digitalisierung könne sogar als Konjunkturmotor aus der Krise fungieren, heißt es im Vorwort zur Studie.

Wachstumspotenzial

Digitalisierungsmaßnahmen erhöhen Produktivität und Effizienz von Unternehmen. Europäische Studien zeigen, dass durch eine Erhöhung des Digitalisierungsgrads einer Volkswirtschaft ein Wachstum von bis zu 1,9 Prozent pro Jahr möglich ist. Für Österreich bedeutet das ein Wachstumspotenzial von bis zu 3,6 Milliarden Euro an zusätzlichen BIPWachstum pro Jahr. Zudem lösen (öffentliche) Investitionen in die Digitalisierung stimulierende, gesamtökonomische Impulse aus. Kurzfristig kann es zu einer Erhöhung der Produktivität kommen, langfristig wird die Wettbewerbsfähigkeit von ganzen Branchen erhöht. Das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung Wien (WIFO) berechnet, dass bei einer Investition von einer Milliarde Euro in Digitalisierung weitere 1,2 Milliarden Euro an aktivierter Wirtschaftsleistung dieser Investition zuzurechnen sind.

Neue Arbeitsplätze

Oft geht mit dem Stichwort „Digitalisierung“ die Befürchtung einher, dass dadurch Arbeitsplätze verschwinden. Es handelt sich allerdings vielmehr um einen Wandel. Die Art der Tätigkeit verändert sich und damit auch die geforderten Qualifikationen. Das WIFO schätzt , dass durch die Digitalisierung jährlich rund 20.000 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen können.

Krisenfest

Digitalisierte Unternehmen stehen in der Krise – insbesondere während eines Lockdowns – besser da als Technologienachzügler. Während des ersten Lockdowns konnten digitalisierte Unternehmen ihre Kunden halten, in manchen Bereichen war eine Online-Präsenz gar überlebensnotwendig. Punktuell kann Digitalisierung auch zur Überwindung der Krise beitragen, etwa in der Telemedizin. Das bestätigt auch ein Blick auf die Aktienmärkte der Tech- Firmen und Digital-Unternehmen, die im ersten Halbjahr 2020 im Allgemeinen stark eingebrochen sind. Ausnahmen bildeten Unternehmen, welche die gesellschaftlichen Veränderungen der Digitalisierung mittragen bzw. gestalten. Ihre Aktien konnten meist an das Vorkrisenniveau aufschließen bzw. dieses sogar übersteigen.

Wissen darüber, wie man mit digitalen Technologien umgeht, ist im privaten und beruflichen Alltag von großer Bedeutung.

Digitalisierung macht erfolgreicher

Auch abseits der Krise haben digitalisierte Unternehmen die Nase vorne. Im Vergleich zu Technologienachzüglern konnten sie in wenigen Jahren ein um bis zu doppelt so starkes Umsatzwachstum erreichen. Vor allem bei KMU ist das Digitalisierungspotenzial aber noch nicht ausgeschöpft. In nur 21 Prozent der kleineren Unternehmen spielen digitale Technologien eine „sehr große Rolle“ für das Geschäftsmodell. Cloud-Dienste werden nur in 23 Prozent der KMU für kommerzielle Zwecke genutzt. Bei Großunternehmen liegt der Anteil bei 50 Prozent.

Datenökonomisierung

Wachstumspotenzial gibt es auch im Bereich der Datenökonomisierung. Daten werden inzwischen massenhaft gespeichert. Alle zwei Jahre verdoppelt sich derzeit die weltweite Datenmenge. In Form von Big- Data-Analysen werden aber nur rund sieben Prozent genutzt. Dabei wird dem Speichern und Auswerten von Daten zugeschrieben, innovative Geschäftsmodelle zu ermöglichen und „neue“ Wertschöpfung zu generieren. Einer Schätzung der Europäischen Kommission zufolge werden bis 2025 bereits mehr als vier Prozent des BIP der EU durch Datenökonomie erwirtschaftet werden können. In Österreich betreiben immerhin 29 Prozent der großen Unternehmen bereits Big-Data- Analysen, aber nur sechs Prozent der KMU. Hintergrund ist oft mangelndes Verständnis oder fehlende Ideen, wie Digitalisierung sinnvoll eingesetzt werden kann.

Grundkompetenz Digitale Technologien

Sowohl für das gesellschaftliche als auch für das Arbeitsleben gewinnt der gekonnte Umgang mit digitalen Technologien an Bedeutung und zählt mittlerweile zu den Grundkompetenzen. Wesentlich sind vor allem die Informationsbeschaffung und Kommunikation über das Internet, die Fähigkeit, Probleme mittels digitaler Technologien zu lösen, sowie grundlegende Kenntnisse über das Funktionieren von Software. Eine Auswertung von Eurostat- Daten zeigt, das Österreich im Europavergleich bereits ein überdurchschnittlich hohes Niveau an digitalen Kompetenzen besitzt. 66 Prozent der Bevölkerung verfügen über grundlegende bis fortgeschrittene Kompetenzen im Umgang mit digitalen Technologien. Gerade für kleine Länder sind diese Kompetenzen oft entscheidende Wettbewerbsvorteile am Weltmarkt.

Potenzial Plattformwirtschaft

Digitale Kanäle spielen auch als Distributionsmöglichkeiten eine wichtige Rolle. Vor allem über Plattformen können Unternehmen Kunden erreichen, die sie analog nicht oder nur schwer erreichen könnten. Bisher wird schätzungsweise ein Prozent der Umsätze (sieben bis acht Milliarden Euro) österreichischer Unternehmen über Online-Marktplätze erwirtschaftet. Um an europäische Vorreiter anzuschließen, müsste sich dieser Umsatzanteil verdoppeln.

Impulse für Gastro und Tourismus

Auch im Bereich Tourismus und Gastronomie setzte die digitale Transformation bereits neue Impulse. Gefragt nach den Chancen der Digitalisierung gaben bei einer deutschen Befragung 80 Prozent der Hoteliers an, durch digitale Angebote neue Kunden lukrieren zu können. 75 Prozent konnten dadurch bereits eine höhere Auslastung erreichen. 53 Prozent sehen darin eine Entlastung ihrer Mitarbeiter.