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Nachhaltige Textilrohstoffe wie Hanf sind im Kommen

Von Sonderthemen-Redaktion   29.Mai 2021

Nachhaltige Textilrohstoffe wie Hanf sind im Kommen
Natürliche Materialien für höchste ökologische Ansprüche

Hanf, Nessel oder Leinen eignen sich für den Anbau in unseren Breiten. Vorausgesetzt, die Felder werden ökologisch bewirtschaftet, ist der Anbau insgesamt sehr nachhaltig, da diese Pflanzen relativ anspruchslos sind.

Hanf hat viele ökologische Vorteile

Hanf gehört zu den ältesten und vielfältigsten Kulturpflanzen der Erde. Viele Jahrtausende wurde er als Lieferant für Fasern, Nahrungsmittel und Medizin genutzt. Bis ins 19. Jahrhundert war Hanf neben Leinen, Nessel und Wolle der wichtigste textile Rohstoff, der mit der Industrialisierung schließlich von Baumwolle und synthetischen Fasern verdrängt wurde. Hanf besitzt viele ökologische Vorteile. Er ist anspruchslos und wächst auf fast jedem Boden. Die Pflanzen, die bis zu vier Meter groß werden, benötigen wenig Düngemittel und, selbst im konventionellen Anbau, keine Unkrautvernichtungsmittel.

Von Natur aus bakterizid und schmutzabweisend

Leinen, auch als Flachs bezeichnet, ist sehr reißfest, kochfest und kann gut versponnen werden. Die Fasern, die aus den Stängeln der Flachspflanze gewonnen werden, sind von Natur aus bakterizid und schmutzabweisend. Die Hauptanbaugebiete liegen in China und Europa, vor allem in Frankreich und Belgien. Die Pflanze muss nur wenig gedüngt werden und ihr Wasserbedarf ist deutlich geringer als bei Baumwolle.

Nessel, auch Ramie oder Chinagras genannt, gehört zur Familie der Brennnesselgewächse, das Gewebe ähnelt Leinen oder Hanf. Die Pflanze wird vor allem in Asien und Südamerika angebaut, vereinzelt auch in Europa. Wegen der geringen Elastizität und Widerstandsfähigkeit wird Nessel meist als Beimischung zu anderen Fasern, wie z. B. Baumwolle, verwendet. Im Anbau ist die Pflanze sogar noch anspruchsloser als Leinen. Sie benötigt auch bei konventioneller Bewirtschaftung weder Pestizide noch eine Bewässerung.

Auch unter den Mitgliedern des Qualitätsverbands umweltverträgliche Latexmatratzen (QUL), der mit dem QUL-Siegel emissions- und schadstoffarme Matratzen und Bettwaren aus 100 Prozent Naturlatex auszeichnet, finden diese alternativen Fasern eine zunehmende Verbreitung. So setzen einige Hersteller bzw. Zulieferer als Polstermaterialien für zertifizierte QUL-Produkte Hanf, Leinen, Baumwoll-Leinen und Baumwoll-Nessel ein. Für Bezugsstoffe kommen Hanf, Hanf-Tencel und Baumwoll-Leinen-Drell zum Einsatz.

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20. September 2021