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100 Jahre Wiener Rose - eine Liebeserklärung

Von Sonderthemen - Redaktion, 15. Juni 2024, 00:04 Uhr
100 Jahre Wiener Rose - eine Liebeserklärung
Blick auf die Glasbrücke im Porzellanmuseum im Augarten Bild: Augarten Archiv

Zum Jubiläum hat das Porzellanmuseum im Augarten eine kleine, feine Präsentation auf der Glasbrücke vorbereitet. Die historischen Porzellane aus dem eigenen Bestand werden durch großzügige Leihgaben aus Privatsammlungen ergänzt.

Die Porzellanmanufaktur Augarten interpretierte die Wiener Rose im Eröffnungsjahr 1924 mit dem frischen Blick der Moderne nach einem historischen Vorbild der kaiserlichen Manufaktur. Die virtuos stilisierte Rose gefiel dem Art Déco mit seinem Hang zur Abstraktion. Sie zeigte sich ganz unkompliziert und zeitgemäß, "in fescher Anmut".

Aquarellhaft stellten die Maler der Wiener Porzellanmanufaktur bereits im frühen 18. Jahrhundert duftige Blütenblätter mit naturalistischer Sinnlichkeit dar. Die prachtvolle Rosa centifolia, die hundertblättrige Rose, war auf den barocken Tafelservicen meist umgeben von bescheidenen Gartenblumen. Vergissmeinnicht und Levkojen überließen ihrer "Königin" den zentralen Platz auf der weißen Bühne des Porzellans. Das lichte, heitere Rokoko bevorzugte reiche Blumenbouquets mit Rosen als Herzstück, ein Spiegel der Gartenleidenschaft zur Zeit Maria Theresias.

Im Augarten pflegte Kaiser Joseph II. seinen geliebten Rosengarten im späten 18. Jahrhundert höchstpersönlich. Selbst die Zeit der Aufklärung und des Klassizismus war dem Zauber der Rosen erlegen, passten die Edlen doch zu den exquisiten künstlerischen Ansprüchen. Nicht zuletzt waren auf den Festtafeln der verehrten römischen Antike Rosenblätter gestreut. Um 1800 erblühte auch der Freundschaftskult. Treue und Zuneigung wollten mit symbolischen Gaben besiegelt werden. Zarte Porzellane eigneten sich für Gelegenheiten dieser Art, bemalt mit Herzenswünschen in der damals allseits verständlichen Blumensprache.

Was liegt also näher, als Rosen auf Porzellan zu verewigen? Porzellanfarben verschmelzen im Brand mit der Glasur und verblassen nicht. Die Rosenblüten des Barock, des Biedermeier oder des Art Déco strahlen unverändert in ihrem hellen oder dunklen Purpur, seit sie dem Brennofen entnommen wurden. Die Wiener Rose aus dem Augarten trägt mit ihrer unverwechselbaren Leichtigkeit die Ideen mehrerer Jahrhunderte mühelos in die Gegenwart. 1926 schrieb ein Kulturjournalist über den betörenden "zarten, ein wenig dekadenten Duft" der sich aus alter Zeit ganz selbstbewusst unter die neuesten Augarten-Porzellane mischt. Bis heute hält die Wiener Rose ihren Ehrenplatz als beliebtester Dekor der Manufaktur.

Vor einhundert Jahren wurden also die Tore der Porzellanmanufaktur Augarten zum erstem Mal für das Publikum geöffnet. Im Jahr zuvor war sie an diesem, an Geschichten und Anekdoten reichen Standort, gegründet worden. Das einst kaiserliche Gartenschlösschen war 1705 für Eleonore Magdalena, der Mutter Kaiser Josephs I., erbaut worden, zu Beginn der Zwanziger Jahre stand es leer und bot sich als idealer Ort für die Manufaktur an. Ein zweistöckiger Brennofen, heute Mittelpunkt des Porzellanmuseums, war seit 20. August 1923 in Betrieb und sorgte an jenem 2. Mai vor 100 Jahren für ein prall gefülltes Lager sowie mit Kostbarkeiten ausgestattete Tische und Vitrinen im Vestibül des Schlosses. Die Gäste wurden zur Eröffnung feierlich begrüßt.

Zum Jubiläum geben bekannte Persönlichkeiten Einblicke in ihr Zuhause und verraten, wie sie Tische für ihre Familie oder Freunde gestalten. Martina Hohenlohe lädt zu Kaffee und Himbeertörtchen in ihr heiteres Domizil und tanzt auch gerne auf dem Tisch. Sie ist Autorin zahlreicher Kochbücher, Herausgeberin des Gault&Millau, Protagonistin ihrer Website "Mein wunderbarer Kochsalon" sowie Verfechterin einer einfach glücklichen Küche.

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