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Ski Nordisch

Verunglücktem Tande geht es „den Umständen entsprechend gut“

Von OÖN-Sport   26. März 2021 13:44 Uhr

Daniel Andre Tande wurde in Planica erstversorgt.

Nach seinem brutalen Sturz beim Skiflug-Weltcup in Planica soll der Norweger Daniel Andre Tande aller Voraussicht nach Samstagfrüh aus dem künstlichen Koma geholt werden.

Das teilte der Sportchef Clas Brede Braathen am Freitagabend dem norwegischen Rundfunk per SMS mit. Der 27-Jährige sei im Krankenhaus von Ljubljana gut aufgehoben. Braathen: "So wie es aussieht, wird er in den frühen Morgenstunden allmählich aus seinem künstlichen Koma geweckt. Dann werde ich bei ihm sein."

Tande war am Donnerstag beim Probedurchgang in Schieflage geraten und mit dem Körper auf den Vorbau der riesigen Anlage in Planica aufgeschlagen. Dabei erlitt er einen Schlüsselbeinbruch und eine leichte Punktierung der Lunge. Im Krankenhaus wurde er "intubiert und mechanisch beatmet", in der Nacht auf Freitag befand er sich im künstlichen Koma, um sein Gehirn zu entlasten.

Norwegens Cheftrainer Alexander Stöckl ist zuversichtlich, dass der Athlet wieder vollständig gesund wird. Man gehe derzeit davon aus, dass keine Schäden zurückbleiben, sagte der Tiroler Stöckl heute. "Die ersten Untersuchungen haben nichts Negatives ergeben. Sie haben einen Hirnscan gemacht und den Nacken gecheckt. Da gibt es nichts zu melden, das ist sehr positiv. Es geht ihm den Umständen entsprechend gut."

Der Trainer ergänzte: "Er wird heute über den Tag im künstlichen Koma gehalten und dann am Abend wahrscheinlich aufgeweckt werden. Dann sind natürlich weitere Tests notwendig." Bisher wurden bei Tande ein Schlüsselbeinbruch und eine leichte Punktierung der Lunge diagnostiziert. Tande befindet sich in Ljubljana im Krankenhaus. Stöckl sagte: "Heute hatten wir die positive Meldung, dass er schon selber angefangen hat zu atmen."

Pointner: „Das ist die Gefahr des Skifliegens“

So schwerwiegend der Sturz war - der Notfalleinsatz, um Tande nach dem gravierenden Zwischenfall an der Schanze am Leben zu halten, war erfolgreich. Die geschockte norwegische Delegation bedankte sich ausdrücklich. Sportchef Clas Brede Braathen bezeichnete die erste Hilfe an der riesigen Anlage im "Tal der Schanzen" als "hochprofessionell".

Gefährliche Wetterverhältnisse oder der Zustand der Schanze waren laut OÖN-Kolumnist Alexander Pointner nicht Schuld am Sturz des Olympiasiegers. "Das ist die Gefahr des Skifliegens", sagte der frühere Erfolgscoach der Österreicher bei Eurosport.

Schon kleine Fehler würden sich beim Skifliegen "durch höhere Geschwindigkeiten, stärkere Luftkräfte und höhere Flugkurven gravierender" auswirken als beim Skispringen. Ein gewisses Restrisiko lasse sich daher trotz steigender Sicherheit in den vergangenen Jahren nie ausschließen, betonte der Tiroler.

Tande war am Donnerstagnachmittag gegen 14.30 Uhr in seinem Probeversuch in Schieflage geraten und mit hoher Geschwindigkeit nach 78 Metern auf den Vorbau der Skiflugschanze geknallt. Er war nach dem Aufprall reglos den extrem steilen Hang heruntergerutscht und wurde nach der Notversorgung per Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht.

Das folgende Springen mit dem Sieg des Japaners Ryoyu Kobayashi (Japan) und Michael Hayböcks viertem Platz geriet zur Nebensache. "Das Skifliegen kann so einfach und ästhetisch ausschauen. Aber wenn Fehler passieren, kann es dramatisch enden", erklärte Pointner.

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