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Ski Nordisch

Marita Kramer will in der Ramsau erneut allen um die Ohren fliegen

Von Dominik Feischl  16. Dezember 2021 00:04 Uhr

Marita Kramer

RAMSAU. Warum die 20-Jährige im Skispringen derzeit das Maß der Dinge ist.

"Ich will die beste Skispringerin der Welt werden", sagte Marita Kramer vor Beginn der Saison. Auf die Ansage ließ die 20-Jährige sogleich Taten folgen. Vier Siege in bisher sechs Weltcups, zuletzt auch das überlegene Doppel in Klingenthal, sprechen eine eindeutige Sprache. Die Salzburgerin, geboren in Apeldoorn in den Niederlanden, aber daheim in Maria Alm, könnte der Konkurrenz nun auch morgen (15.30 Uhr, live auf ORF 1) beim Heimspiel in der Ramsau um die Ohren fliegen.

"Die Schanze taugt ihr, das hat sie schon im Vorjahr mit zwei Siegen bewiesen. Und heuer ist sie noch stärker", sagt Skisprung-Legende Andreas Goldberger. Der Innviertler, für den ORF im Experten-Einsatz in der Ramsau, sieht Kramer breiter aufgestellt als alle anderen. "Sie wird unseren Sport in den kommenden Jahren auf ein neues Level heben, wenn sie gesund bleibt. Ihr Flugsystem ist schon jetzt ausgereift, das Material ideal eingestellt, Körpergröße und Gewicht passen einfach."

Die 1,71 Meter der Überfliegerin sind kein Nachteil. "Sie hat damit ganz andere Hebel", glaubt ÖSV-Cheftrainer Harald Rodlauer. Kramer hat in der Vorbereitung ihre Hausaufgaben erledigt. "Die Landung ist viel sicherer geworden, damit hatte sie letzte Saison noch Probleme", so Goldberger. Kramer selbst hatte den Telemark immer wieder als Schwachpunkt ausgemacht. Bei ihrer derzeitigen Weitendominanz sind perfekte Landungen aber ohnehin nur Bonus.

Auch Geld könnte Kramer auf der WM-Schanze von 1999 zusätzlich auf die Sprünge helfen. Der ÖSV initiiert in der Ramsau eine eigene "Alpenkrone"-Wertung. Diese umfasst neben dem Weltcup in der Steiermark die beiden Hinzenbach-Bewerbe Ende Februar. Zusätzliche 10.000 Euro gibt es für die Gesamtsiegerin. "Das ist eine großartige Sache. Man sieht, dass es sich in die richtige Richtung entwickelt", ist Kramer darüber erfreut. Längst sei das Ende der Fahnenstange für die Damen noch nicht erreicht. "Mehr Bewerbe auf Großschanzen, eine eigene Tournee, generell mehr Preisgeld: Das würde unseren Sport noch interessanter machen", glaubt Kramer.

"Ich will die beste Skispringerin der Welt werden. Und ich möchte diesen Sport weiter pushen.“ - Marita Kramer, Überfliegerin

Führung statt Karriere-Ende

2019 stand sie mit 17 nach erfolgloser Saison vor dem Karriere-Ende. Nun lacht Kramer von der Weltcup-Spitze und könnte in dieser Form auch bei Olympia in Peking in weniger als zwei Monaten den ganz großen Coup landen. Doch vorerst ist einmal Ramsau angesagt. Und dort hat die junge Hüpferin wieder viel vor.

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Dominik Feischl

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