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Rathmayr: „In mir brennt noch immer das Feuer“

LINZ. Er war dabei, als Überflieger durchzustarten, und verschwand dann aber als Pechvogel von der Bildfläche. Ex-Skispringer Werner Rathmayr, der morgen seinen 40. Geburtstag feiert, blickt trotzdem ohne Wehmut zurück. Und seine Gedanken kreisen um zukünftige Höhenflüge.

„In mir brennt noch immer das Feuer“

Bild: GEPA pictures/ Christian Walgram

Mit Andreas Goldberger bildete Rathmayr Ende der 1980er-Jahre einen oberösterreichischen Doppeldecker, der in Richtung Skisprung-Weltklasse abhob. Zunächst schien es so, als würde der Werner aus Hinzenbach den Andi aus Waldzell nicht nur bei der Körpergröße überflügeln. Schon bei seinem vierten Weltcupspringen landete Rathmayr im Dezember 1991 seinen ersten Weltcup-Sieg. Zwei Monate später kam er als Weltcup-Gesamtführender zu den Olympischen Spielen nach Albertville, wurde aber vom damaligen ÖSV-Trainer Toni Innauer nicht nominiert. Es kam zum Karriere-Knick. Während Goldberger zum „Goldi der Nation“ wurde, kam Rathmayrs Karriere ins Trudeln.

Ein Comeback-Versuch endete 1995 schon im Sommer. Am 10. Juni blieb Rathmayr bei einem gemeinsamen Bungee-Sprung mit seinen ÖSV-Teamkollegen aus 60 Metern Höhe in der Gondel hängen. Wäre das Seil nicht gerissen, hätte er den Unfall nicht überlebt, so kam er mit einem Oberschenkelbruch davon. Goldberger absolvierte damals einen Solo-Bungee-Jump aus 160 Meter, segelte in der darauffolgenden Saison zu seinem zweiten Weltcup-Gesamtsieg und wurde Skiflug-Weltmeister. Rathmayr versuchte verzweifelt ein Comeback, verschwand aber in der Versenkung und beendete schließlich 1997 seine Karriere.

„Ich habe damals sehr viel Blödsinn gemacht, aber jetzt kann ich eh nichts mehr ändern“, sagt Rathmayr heute. Mit seiner unvollendeten Sportler-Karriere hat er längst Frieden geschlossen. Seit 2006 steht er als Chef der Trainingsgruppe II neben der Schanze. Ausgerechnet Innauer, der Rathmayr in Albertville aus dem Team genommen hatte, holte den Wahl-Mühlviertler zurück. „Wir haben die alte Geschichte zehn Minuten lang besprochen, dann war dieses Thema erledigt“, sagt der ehrgeizige Trainer. Ironie des Schicksals: Ausgerechnet Rathmayr ist jetzt zu einer Schlüsselfigur in der sportlichen Karriere von Innauers Sohn Mario geworden, der in der Trainingsgruppe II nach einer Verletzungspause an seinem Comeback arbeitet...

In Zukunft möchte Rathmayr als Trainer das nachholen, was ihm als Springer verwehrt geblieben ist – er will zum Olymp. „Mein Ziel ist es, einmal als ÖSV-Cheftrainer das beste Team der Welt zu führen. Ich bin mit dem Skispringen noch nicht fertig. In mir brennt immer noch das Feuer.“

 

Werner Rathmayr im Porträt

Geboren: 26. Jänner 1972

Heimatverein: UVB Hinzenbach

Größte sportliche Erfolge: Team-Junioren-Weltmeister 1990, Weltcup-Siege in Sapporo (14. und 15. Dezember 1991), Oberstdorf (Skifliegen, 25. und 26. Jänner 1992), Falun (5., 6. Dezember 1992); fünf zweite Plätze, ein dritter Platz; Zweiter im Gesamtweltcup 1991/92. Karriereende 1997.

Beruf: Trainer der ÖSV-Trainingsgruppe II

Kinder: Jana (13), Marco (12) Wohnort: Wintersdorf

 

Cheftrainer und Überflieger nicht in Japan

Das ÖSV-Team reist am heutigen Mittwoch wie angekündigt ohne Vierschanzentournee-Sieger Gregor Schlierenzauer zum Skisprung-Weltcup nach Sapporo. Das Aufgebot des Österreichischen Skiverbandes für die beiden Bewerbe am Wochenende bilden deshalb Weltcup-Spitzenreiter Andreas Kofler, Thomas Morgenstern, David Zauner, Wolfgang Loitzl, Rückkehrer Manuel Fettner und der Oberösterreicher Michael Hayböck (UVB Hinzenbach). Ein siebenter Mann wurde nicht nominiert. Neben Schlierenzauer fehlt in Japan auch Cheftrainer Alexander Pointner. Die Mannschaft wird stattdessen von Harald Diess und Josef Walluschnig betreut. Nach dem Japan-Ausflug kommt der Weltcup Anfang Februar wieder nach Europa zurück.
 

 

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Artikel Christoph Zöpfl 25. Januar 2012 - 00:04 Uhr
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