Lade Inhalte...
  • NEWSLETTER
  • ABO / EPAPER
  • Lade Login-Box ...
    Anmeldung
    Bitte E-Mail-Adresse eingeben
    Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse oder Ihren nachrichten.at Benutzernamen ein.

gemerkt
merken
teilen

Streit eskaliert: Der ÖSV will die FIS klagen

Von nachrichten.at/apa, 19. Juni 2024, 10:59 Uhr
Eiszeit statt Aufbruchstimmung
Johan Eliasch Bild: GEPA pictures/Angelika Warmuth

INNSBRUCK. In der Frage der Zentralisierung von internationalen Medienrechten im Wintersport hat FIS-Präsident Johan Eliasch im April überraschend "grünes Licht" verkündet.

Beim ÖSV sieht man seitdem rot mit der Konsequenz, dass Österreichs Skiverband den Weltverband klagen wird. ÖSV-Generalsekretär Christian Scherer befürchtet einen Millionenschaden.

Geht es nach der FIS, sollen ab 2026/2027 die wertvollen internationalen Medienrechte im Wintersport - ähnlich wie in der Formel 1 - zentral vermarktet werden. Diese Zentralisierung war eines der Wahlversprechen des umstrittenen FIS-Chefs Eliasch, der sein Leuchtturmprojekt unter allen Umständen umsetzen will - und dabei bei einem Meeting des FIS-Councils vermeintlich Nägel mit Köpfen gemacht hat. Denn mit Billigung der FIS-Obersten wurden die Internationalen Wettkampfregeln geändert.

Passus "beinahe gewaltsam" geändert worden

Der Passus, der die Medienrechte bei den Nationalverbänden verortet, sei im Council "beinahe gewaltsam" geändert worden, drückte es Stefan Schwarzbach, Vorstandsmitglied im Deutschen Skiverband (DSV), in der "Süddeutschen Zeitung" aus. Diese Lesart deckt sich mit der im ÖSV. Die Abänderung der Regeln wird als Druckmittel gesehen.

Dabei stehen die Verbände dem Zentralisierungsgedanken grundsätzlich gar nicht ablehnend gegenüber. Sie stören sich allerdings an der Vorgangsweise seitens der FIS und daran, dass das künftige Mitspracherecht unklar ist. Auch ist Eliaschs Annahme, mit der an die Schweizer Agentur Infront ausgelagerten Zentralvermarktung ab 2026 für acht Jahre ließe sich ein Zuwachs von mehr als 100 Millionen Euro generieren, umstritten. Eine reine Umverteilung der Gelder ohne gleichzeitiger Produktentwicklung werde wohl nicht die von Eliasch propagierte glorreiche Zukunft mit sich bringen, heißt es aus dem Verband.

"Markt eingeschränkt"

"Der FIS-Vorstand hat mit dem Beschluss den Wettbewerb am Markt eingeschränkt. Das wirkt sich bereits jetzt auf den ÖSV aus, dem ein potenzieller Schaden in siebenstelliger Höhe droht", erläuterte Scherer die Rechtsmeinung des ÖSV. "Uns und mir als Geschäftsführer einer Kapitalgesellschaft bleibt gar nichts anderes übrig, als uns zu wehren und das rechtlich einzumahnen." Die Klage wird bei einem österreichischen Handelsgericht eingebracht.

Für den ÖSV ist die neueste Entwicklung insofern speziell, als er als einziger relevanter Skiverband in keinem Vertragsverhältnis mit der Agentur Infront im Hinblick auf die internationalen Medienrechte steht, sondern aufrechte Verträge mit IMG und Eurovision Sport sowie der Europäischen Rundfunkunion (EBU) hat. Laut Scherer wird ein laufender Vertrag beeinträchtigt. Die inländischen Rechte hält der ORF.

Zur eigentümlichen Geschäftsführung Eliaschs gehört es letztlich auch, die Verbände ein und ums andere Mal im Dunkeln tappen zu lassen. Man habe von betreffender Vorstandssitzung bis heute kein Protokoll, lediglich den Beschlusstext erhalten, sagte Scherer.

Er will "diese Entwicklungen, die dem ÖSV unmittelbar schaden" am Freitag auch den Teilnehmern der Länderkonferenz des Verbandes erklären. In Feldkirch steht zudem die Absegnung der bereits beschlossenen Satzungsänderung an, wodurch etwa Scherer zum Vorsitzenden der Geschäftsführung ernannt wird. Er leitet künftig mit Mario Stecher (Sportagenden) hauptberuflich den Verband. Roswitha Stadlober dürfte drei weitere Jahre ehrenamtliche Präsidentin bleiben. Die Wiederwahl der am (heutigen) Mittwoch 61 Jahre alt gewordenen Stadlober gilt als Formsache. Sie ist die einzige Kandidatin.

mehr aus Ski Alpin

Ex-ÖSV-Rennläufer Julian Schütter wurde bei Veranstaltung mit Thomas Stelzer abgeführt

ÖSV gegen Eliasch: FIS-Kongress in Island mit Konfliktpotenzial

Tochter heißt Rise: Ski-Olympiasiegerin ist zum 3. Mal Mutter

Alexander Kilde nach schwerer Verletzung wieder auf Ski

Interessieren Sie sich für dieses Thema?

Mit einem Klick auf das “Merken”-Symbol fügen Sie ein Thema zu Ihrer Merkliste hinzu. Klicken Sie auf den Begriff, um alle Artikel zu einem Thema zu sehen.

Lädt

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

5  Kommentare
5  Kommentare
Neueste zuerst Älteste zuerst Beste Bewertung
metschertom (8.167 Kommentare)
am 19.06.2024 13:32

Dieser Eliasch ist auch bei den Sportlern ein rotes Tuch. Das ist der Sobotka bei der FIS!

lädt ...
melden
antworten
Gugelbua (32.296 Kommentare)
am 19.06.2024 12:51

lagern die Milliarden nicht in der Schweiz ❔😉

lädt ...
melden
antworten
Kopfnuss (10.064 Kommentare)
am 19.06.2024 12:05

Das bedeutet letztendlich, dass der ÖSV am Ende weniger Budget als bisher hat.
Da man bei den höheren Funktionären kaum sparen wird, trifft es dann die Sportler, insbesondere den Nachwuchs.

lädt ...
melden
antworten
karlheinz1258 (23 Kommentare)
am 19.06.2024 11:32

Sport ist ja Nebensache es geht sowieso nur uns liebe Geld. Ich hoffe ihr findet noch soviele dumme die
Euch die Pisten kostenlos richten, das eure sogenannten Stars hinunter fahren.

lädt ...
melden
antworten
betterthantherest (35.375 Kommentare)
am 19.06.2024 11:11

Hatte der ÖSV den Herrn Eliasch nicht protegiert?

lädt ...
melden
antworten
Aktuelle Meldungen