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Ski Alpin

Sie braucht sich nicht zu verstecken

Von Christoph Zöpfl  06. Februar 2020 00:04 Uhr

Sie braucht sich nicht zu verstecken
Marlies und Benjamin Raich machen nicht nur auf der Piste eine gute Figur.

LINZ. Gala-Stargast Marlies Raich über den Sport als Kinderspiel, ihren Umgang mit dem Promi-Status und warum die Tanzfläche für sie (noch) kein gutes Pflaster ist.

Eine der Ballköniginnen, die bei der Gala-Nacht des Sports am 7. Februar viele Blicke auf sich zieht, wird sicher Marlies Raich sein. Die 38-jährige Ehefrau von Benjamin Raich, die unter ihrem Mädchennamen Schild im alpinen Weltcup-Zirkus 37 Siege einfuhr, wird mit ihrer Schwester Bernadette, die derzeit nach einer Verletzung an ihrem Comeback arbeitet, ins Linzer Brucknerhaus kommen. Im Interview mit den OÖN erzählt Marlies Raich über ihr Leben nach der aktiven Karriere, in dem die Familie, aber auch der Sport ganz groß geschrieben wird.

OÖNachrichten: Wie sehr sind Sie fünf Jahre nach Ihrem Karriereende noch mit dem Weltcup-Zirkus verbunden?

M. Raich: Der Skisport war lange mein Beruf, es ist klar, dass ich mir auch jetzt noch viele Rennen anschaue. Dadurch, dass meine Schwester Bernadette noch dabei ist, habe ich natürlich eine engere Beziehung zum Geschehen. Leider ist sie jetzt verletzt, ich kann ihre Situation aus eigener Erfahrung gut nachvollziehen und tausche mich auch mit ihr regelmäßig aus.

Gibt es etwas, das Sie aus Ihrer Zeit als Spitzensportlerin besonders vermissen?

Im Sport hat man große Ziele vor sich, und es ist sehr schön, wenn man diese dann auch verwirklichen kann. Daran denke ich natürlich gerne zurück. Aber Ziele gibt es abseits des Sports genauso, an Herausforderungen fehlt es mir also nicht. Der Nervenkitzel im Weltcup war schon sehr spannend, allerdings war ich in meiner aktiven Zeit auch oft sehr angespannt – also, das vermisse ich nicht. Ein schwarzes Loch, in das man nach der Karriere hineinfallen könnte, hat es bei mir auch nicht gegeben. Ich habe den richtigen Zeitpunkt fürs Aufhören gewählt.

Haben Sie als Mutter von drei Kindern Zeit, neben dem "Projekt Familie" andere Pläne zu verfolgen?

Ja, da gibt es schon einige Dinge, die mich beschäftigen. Mit Benni betreibe ich schon länger einige Immobilien-Projekte, dazu habe ich Werbe-Kooperationen mit meinen Partnern. Außerdem stehe ich für den ORF bei einigen Folgen von "Land der Berge" vor der Kamera.

Apropos Kinder: Bei diesem familiären Umfeld scheint der Weg zum Spitzensport schon vorgezeichnet zu sein. Ist das gut oder eher ein Grund, sich Sorgen zu machen?

An den Spitzensport will ich gar nicht denken. Wenn unsere Kinder einmal in diese Richtung gehen möchten, werden wir sie unterstützen, aber darum geht es uns nicht. Wichtig ist, dass wir ihnen die Freude an der Bewegung in der Natur vermitteln, da geht es vor allem auch darum, gemeinsam Spaß zu haben. Weiter nach vorne will ich gar nicht schauen.

Benjamin und Sie galten früher im Skizirkus als Traumpaar, jetzt stehen die Raichs als Bilderbuchfamilie im Werbe-Schaufenster. Welche Zutaten braucht es für so eine gelungene Lebensweise?

Naja, so entspannt und locker läuft es bei uns natürlich auch nicht immer, wir sind ja eine ganz normale Familie. Wichtig ist jedenfalls, dass man gemeinsame Ziele hat, zufrieden ist und sich über die schönen Sachen freut, die man jeden Tag zusammen erleben kann.

Marcel Hirscher schützt sein Privatleben so effektiv, dass man von seinem einjährigen Sohn noch kein Foto gesehen hat. Sogar der Name ist geheim. Können Sie dieses Versteckspiel nachvollziehen?

Das muss jeder für sich entscheiden. Für mich wäre es ein zu großer Zwang, wenn ich die Kinder immer vor der Öffentlichkeit verstecken müsste. Wir sind eine Familie, die Kinder gehören zu uns. Aber natürlich achten wir auch darauf, dass unser Privatleben geschützt ist.

Wann wird für Sie die Bekanntheit zur Last?

Eigentlich nie. Natürlich ist einem bewusst, dass man in der Öffentlichkeit immer unter Beobachtung steht, aber daran gewöhnt man sich. Und meistens ist es recht nett, wenn man von anderen Leuten angesprochen wird. Die Menschen sind freundlich, man hat das Gefühl, die freuen sich, wenn sie mich oder Benni treffen.

Warum hat man Marlies Raich im Gegensatz zu anderen ehemaligen Ski-Assen nie bei Dancing-Stars gesehen?

Gute Frage, vielleicht weil ich bisher noch nicht Zeit gehabt hätte. Außerdem bin ich eher nicht der Typ, der in so einer TV-Produktion dann jede Woche eine Show abzieht. Was ich aber gerne täte, wäre tanzen zu lernen. Denn mehr als bis zum Hochzeitswalzer hat es bei mir noch nicht gereicht.


Viele Verletzungen, sehr viele Erfolge

Die 38-jährige Salzburgerin, die jetzt mit Ehemann Benjamin Raich und ihren drei Kindern Josef (4), Jakob (2) und Magdalena (7 Monate) im Tiroler Pitztal wohnt, feierte im alpinen Weltcup als Marlies Schild von 2002 bis 2014 37 Siege. Am Beginn ihrer Karriere war sie Speed-Spezialistin, nach einigen Verletzungen und fünf Knieoperationen sattelte sie mit 19 auf Riesentorlauf und Slalom um.

Ihren ersten Weltmeistertitel holte sie 2007 bei der WM in Aare im Mannschaftsbewerb (im Team war unter anderem ihr späterer Mann Benjamin Raich).

Viermal gewann sie den Slalom-Weltcup. Nach einer schweren Verletzung (Trümmerbruch des Schien- und Wadenbeins) im Oktober 2008 gelang ihr nach einem Jahr Pause ein glänzendes Comeback. Ab Dezember 2009 stand sie zwei Jahre lang bei jedem Slalom, bei dem sie ins Ziel kam, auf dem Podest. Sie holte Olympia-Silber (2010) und wurde 2011 in Garmisch Slalom-Weltmeisterin. Nach einem Bänderriss im Knie im Dezember 2012 kehrte sie ein Jahr später wieder auf die Siegerstraße zurück. Bei Olympia 2014 in Sotschi holte Raich erneut Slalom-Silber.

Gala-Nacht des Sports – Programm-Höhepunkte:

20 Uhr: Eröffnung mit Andie Gabauer & Friends nach einer Choreografie von Silke Grabinger und der „Queen of Soul“ Rachelle Jeanty (unter anderem ist sie eine ehemalige Background-Sängerin für Celine Dion)

22.45 Uhr: Sport-Akrobatik- Show mit „The FREAKS“ (das junge Team aus St. Valentin eroberte bei der „World Gym for Life Challenge“ 2017 in Norwegen die Goldmedaille).

22.50 Uhr: Sport-Talk – das Moderatoren-Duo Silvia Schneider und Tom Walek im Gespräch mit den Stargästen wie ÖFB-Teamchef Franco Foda, Stürmer-Legende Oleg Blochin, Marlies Raich, Bernadette Schild, Henri Leconte, Barbara Schett; Special Guest: Viktor Gernot.

ab 0 Uhr: Mitternachtseinlage mit dem Hot Pants Road Club.

Die „Begleitmusik“:

In der Sportler-Lounge im Mittleren Saal des Brucknerhauses gibt ab 21.30 Uhr „Mojo Incorporation“ den Ton an. Die Formation um Leadsängerin Tamina Mayrwöger wird mit „Black Music“ aus den 60er- und 70er-Jahren kräftig einheizen. Ab 22.30 Uhr legt DJ Mesquitas auf.

Ab 1 Uhr übernimmt das Duo „2:tages:bart“ das Kommando an den Turntables.

Im großen Ball-Saal bildet das bewährte pt art Orchester unter der Leitung von Norbert Hebertinger den Klangkörper, im Foyer gibt Six Pence den Takt vor.

Karten gibt es online auf oeticket.at, außerdem in jeder Ö-Ticket-Verkaufsstelle, beim OÖN- Ticketservice in Linz, Wels und Ried, in allen VKB-Filialen und im Brucknerhaus. Im Brucknerhaus gibt es am Freitag auch noch Restkarten an der Abendkasse.

Unsere Partner: Organisiert wird die Gala von den OÖN gemeinsam mit der LIVA. Presenting-Sponsor ist die VKB-Bank. Weiters an Bord: TechnoGym, Generali, HABAU, Casino Linz, Transdanubia, Sportland OÖ, Stadt Linz, Energie AG, backaldrin, SEAT VW Mayr

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Leiter Sportredaktion

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