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Nach Olympia-Enttäuschung ist Bronze eine Erlösung

Marco Schwarz trauerte der verpassten Goldchance in der vielleicht letzten WM-Kombination nicht nach. Pinturault triumphierte.

Nach Olympia-Enttäuschung ist Bronze eine Erlösung

Hadalin und Pinturault Bild: APA/AFP/JONATHAN NACKSTRAND

Trotz diverser zum Teil heftiger Debatten über Wind, Wetter, zeitliche Abläufe, Streckenbeschaffenheit und -verkürzung muss auch nach der sechsten alpinen WM-Medaillenentscheidung eines festgehalten werden: Åre 2019 hat bis dato ausschließlich Weltmeister serviert, die dem absoluten Favoritenkreis zuzurechnen gewesen waren. Der Franzose Alexis Pinturault ist auch ein würdiger Sieger, er kämpfte sich in der Kombination aus Abfahrt und Slalom am geschicktesten durch den Tiefschnee.

"Der Frust war recht groß"

Der 27-jährige Allrounder war 24 Hundertstel schneller als der Slowene Stefan Hadalin (23), für den Silber wie Gold glänzte. "Es ist ein Traum", jubelte der ehemalige zweifache Junioren-Weltmeister, der zuvor im Weltcup über einen achten Platz im Saalbach-Slalom im Dezember 2018 nicht hinausgekommen war.

Bronze ging an den Kärntner Marco Schwarz (+0,46), dem viele nach seiner soliden Abfahrtsleistung Gold prophezeit hatten. Doch man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.

Bronzemedaillen-Gewinner Marco Schwarz im Interview:

 

"Ich hab’ mich irrsinnig für den ,Blacky’ geärgert, dass es nicht zum Sieg gereicht hat. Ich hätte ihm Gold von Herzen vergönnt, er ist so ein klasser Kerl", sagte Vincent Kriechmayr – als 17. viertbester Österreicher hinter Schwarz, Daniel Danklmaier (12.) und Romed Baumann (14.) – im spärlich besuchten Ziel-Areal.

Kommentar: WM-Farce - In dieser Kombi wurden die Abfahrer verspottet

Dem "Vinc"-Fanclub war es zu verdanken, dass das Stimmungsbarometer nach oben schoss. Die zwölfköpfige Crew ragte nicht nur optisch in ihren hellblauen Jacken, sondern auch akustisch heraus. Logisch, dass die Damen und Herren aus Gramastetten und Umgebung auch Schwarz zujubelten. Für den Villacher war es "zu 100 Prozent" eine gewonnene Bronzene und auf keinen Fall eine verlorene Goldene.

"Es war jetzt nicht mein bester Slalom und der Frust danach recht groß. Ich hatte ein ähnliches Gefühl wie bei Olympia", erinnerte Schwarz an Pyeongchang, wo er 2018 abseits des Scheinwerferlichts um Champion Marcel Hirscher als unbedankter Vierter abgedampft war. "Ich wollte hier in Åre eine Medaille holen. Dass mir das schon in meinem ersten Rennen gelingt, ist eine Befreiung", betonte der 23-Jährige, der vielleicht schon heute (16 Uhr) nach dem Teambewerb Gold umgehängt bekommt.

Jetzt wird’s richtig stressig für ihn, ein Rennen jagt das nächste. Für Schwarz und Kriechmayr blieb gestern trotzdem ein bisschen Zeit, um im "TirolBerg" auf ihre Erfolge anzustoßen. Das Duo hat Österreichs bisherige drei Medaillen in Åre gewonnen.

 

Das Ende ist nah

In der Kombination hatten diesmal eindeutig die Top-Abfahrer das "Bummerl", ihre Paradestrecke" war wegen starken Windes um fast einen Kilometer verkürzt worden. Als Bester aus dem Speed-Clan klassierte sich Mauro Caviezel. Der Schweizer wurde untröstlicher Siebenter.

Ob sich 2021 bei der nächsten WM in Cortina noch die Frage nach der Ausgewogenheit stellen wird, ist fraglich. Schon in dieser Woche dürfte eine Entscheidung über die Programmgestaltung fallen. Die Tendenz geht in Richtung Parallelrennen und weg von der Kombi. Pinturault könnte also ein historischer Weltmeister sein – der letzte dieser Art.

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Artikel Alex Zambarloukos aus Åre 12. Februar 2019 - 00:04 Uhr
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