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Ski Alpin

Sensation in Adelboden: Premierensieg für Strolz vor Feller

Von nachrichten.at/apa   09. Januar 2022 14:27 Uhr

Premierensieg für den Vorarlberger Johannes Strolz.

ADELBODEN. Johannes Strolz hat mit 29 Jahren seinen Premierensieg im Ski-Weltcup gefeiert. Der Vorarlberger setzte sich am Sonntag im Slalom in Adelboden durch. Manuel Feller, der auch am Vortag im Riesentorlauf Zweiter war, fixierte mit 0,17 Sekunden Rückstand einen ÖSV-Doppelsieg.

Strolz verbesserte sich im Finale vom sechsten Platz, während Fabio Gstrein, der gemeinsam mit Feller zur Halbzeit geführt hatte, ausschied.

Adelboden erwies sich damit einmal mehr als gutes Pflaster für die ÖSV-Slalom-Artisten. Nach den Erfolgen von Marcel Hirscher (zuletzt 2018 und 2019) und dem Premierensieg von Marco Schwarz im Vorjahr sorgten Strolz und Feller nun dafür, dass im 20. Slalom auf dem Chuenisbärgli zum 19. Mal Österreicher auf dem Podest standen. Der erste Lauf hatte mit Doppelführung und vier ÖSV-Läufern unter den besten acht Hoffnungen geweckt.

Strolz gehört aktuell keinem ÖSV-Kader an und präpariert seine Ski selbst. Sein bisher bestes Weltcup-Resultat war ein zehnter Platz gewesen. Das Training absolvierte er aber zuletzt mit dem ÖSV-Team. "Endlich hat es sich ausgezahlt, was ich in den letzten Jahren investiert habe", meinte der mit der hohen Startnummer 38 angetretene Arlberger. "Ich hatte so viele Rückschläge, habe aber immer an mich geglaubt. Jetzt habe ich es endlich einmal zeigen können." Strolz hatte Tränen in den Augen und dankte vor allem seiner Familie für die Unterstützung.

Premierensieg für Strolz vor Feller

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Feller blieb im Finale minimal zurück. "Es war unruhig, man hat fast nichts mehr gesehen, aber ich bin überglücklich", meinte der Tiroler im ORF. Es sei mental unglaublich schwierig gewesen, nach den jüngsten zwei Asfällen im Slalom, gab Feller zu und hob die Vorstellung von Strolz hervor: "Das ist eine unglaubliche Leistung, er ist ein mehr als verdienter Sieger."

Schwarz, dem nach einer Knöchelbessur noch Rennen fehlen, ärgerte sich nach dem zweiten Lauf, wurde aber noch Elfter. "Ich bin nicht das gefahren, was ich draufhabe, es geht nicht so leicht von der Hand", meinte der Slalom-Weltcupsieger im ORF-Fernsehen. Er sei nun im Hinblick auf die kommenden Klassiker gefordert. Die bisherigen Saisonsieger Clement Noel (FRA) und Sebastian Foss-Solevaag (NOR) sowie der Co-Weltcupführende Kristoffer Jakobsen (SWE) waren im ersten Durchgang ausgeschieden.

Video: Slalom-Sensation durch Strolz

"Ein Traum, der wahr wird"

"Es ist unglaublich. Es ist ein Traum, der wahr wird", meinte der 29-jährige Strolz, dessen bestes Weltcup-Resultat zuvor der zehnte Platz 2020 in Madonna di Campiglio gewesen war. "Mir ist durch den Kopf gegangen, was ich schon alles erlebt habe in dem Sport. Wie oft Trainer und meine Familie zu mir gesagt haben: Du bist gut genug, du kannst es, wir glauben an dich! Immer wieder habe ich eine auf die Schnauze gekriegt. Dann habe ich schon selber angefangen, ein bisschen zu zweifeln, aber habe mir immer wieder gedacht, das kann es noch nicht gewesen sein."

Viele Kurse und Annehmlichkeiten, für die bei Kollegen der Verband aufkommt, musste sich der Sohn von Calgary-Olympiasieger Hubert Strolz in diesem Jahr selbst finanzieren. "Ich habe eigentlich alles aus meinem eigenen Sack gezahlt, habe aber auch sehr viel Unterstützung von anderen Teams gekriegt - speziell vom Deutschen Ski-Verband. Ich habe mit Linus Straßer und dem Rest des deutschen Teams trainieren können im Herbst und habe mit dem ÖSV die Vorbereitung machen können. Ich bin dankbar für alle, die mir noch eine Chance gegeben und an mich geglaubt haben."

Seine Ski präpariert Strolz ohne eigenen Servicemann selbst. "Ich bin viel im Skiraum. Aber ich habe auch Unterstützung von anderen Serviceleuten. Es ist nicht so, dass man mich hängen lässt", erzählte der Polizeisportler. "Ich möchte mich an dieser Stelle bei der Polizei für die Wahnsinns-Unterstützung über die Jahre bedanken. Das hat mir viel finanziellen Druck genommen." Es sei derzeit zäh, "aber es ist einfach das Schönste für mich, Skirennläufer zu sein. Darum ist es das alles wert."

Strolz bei der Siegerehrung mit der traditionellen Kuhglocke.

"Jetzt ist der Knoten geplatzt"

Die Verbindung zu Feller, der sich nach seiner Fahrt demonstrativ vor Strolz verneigte, sei eine besondere. "Wir sind der gleiche Jahrgang (1992/Anm.). Wir sind schon seit Jahren, fast schon Jahrzehnten miteinander unterwegs. Er weiß halt auch, wie es ist, wenn man eine auf den Deckel kriegt und wenn man kämpfen muss. Seine Reaktion hat mich extrem gefreut. Jetzt hoffe ich, dass wir alle miteinander weiter so Gas geben."

Auch ÖSV-Technikcoach Marko Pfeifer freute sich "irrsinnig" mit Strolz, dem nun auch ein Olympia-Ticket so gut wie sicher ist. "Es war keine leichte Entscheidung im Frühjahr, als wir gesagt haben, 'Strolzi' ist nicht mehr im Kader. Aber wir haben gesagt, wenn er sich da alleine durchkämpft, werden wir ihm im Herbst die Chance geben", berichtete der Kärntner. "Das hat ihn auch vom Kopf stärker gemacht. An dem ist er in den letzten Jahren ja mehr oder weniger gescheitert, Ski gefahren ist er immer gut. Ich glaube, jetzt ist der Knoten geplatzt."

Beim Mannschaftstraining sei Strolz zuletzt immer dabei gewesen. "Da war er mit Feller zusammen immer der Schnellste. Also er ist sauschnell gefahren, und heute gewinnt er das", sagte Pfeifer, für den die österreichische Slalom-"Krise" schon wieder Geschichte ist. "Wir haben trotzdem an uns geglaubt, die Burschen sind mental stark geblieben. Wir haben zu Weihnachten sehr intensiv, sehr gut gearbeitet. Das Ergebnis war natürlich irrsinnig wichtig und eine irrsinnige Erleichterung."

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