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Ski Alpin

Liensberger nach Slalom-Triumph: "Es ist schon sehr emotional"

Von nachrichten.at/apa   20. März 2021 19:15 Uhr

 Katharina Liensberger

LENZERHEIDE. Katharina Liensberger hat ihre Aufholjagd in der Slalom-Wertung beim Weltcup-Finale in Lenzerheide erfolgreich abgeschlossen. Die Vorarlbergerin holte sich am Samstag mit zweimal Laufbestzeit souverän den Tagessieg und fing damit im Ranking Petra Vlhova noch ab.

Mit ihrem zweiten Sieg im Weltcup - eine Woche nach ihrer Premiere in Aare - kommt Liensberger in der Gesamtabrechnung auf 690 Punkte. Auch Shiffrin überholte Titelverteidigerin Vlhova noch und wurde mit 655 Zweite, die Slowakin hat 652. Vierte ist die Schweizerin Michelle Gisin (491), die sich den dritten Tagesrang schnappte. Liensbergers Erfolg ist für den Österreichischen Skiverband (ÖSV) die erste Slalom-Kugel bei den Damen seit Marlies Schild in der Saison 2011/12.

"Wunderschön das Gefühl, da oben stehen zu können und zu wissen, dass man es geschafft hat. Dass ich da wirklich stehen kann mit der Slalom-Kristallkugel, bedeutet mir so viel", meinte Liensberger. "Wir haben das gemeinsam heute gewinnen können. Ich bin dem ganzen Team super dankbar", sagte sie in Richtung des Betreuerstabes, ihrer Sponsoren und Fans, hob aber auch ihren eigenen Mentaltrainer Stefan Prusina und ihren Großvater Albert hervor. "Ich glaube, er hat mir so ein bisschen das Skifahren in die Wiege gelegt." Prusina wiederum habe sich vor dem Rennen "um die Mika und die Petra gekümmert", meinte die 23-Jährige geheimnisvoll und lachte.

Die Basis legte Liensberger schon mit einem formidablen ersten Durchgang, in dem sie Shiffrin um sieben Zehntelsekunden distanzierte und Vlhova, die im oberen Teil einen Fehler hatte, sogar um die kleine Slalom-Ewigkeit von 1,84 Sekunden. Dabei habe sie in der Nacht nicht durchgeschlafen. "Ich war schon sehr nervös, aber irgendwie habe ich es dann doch geschafft, die Nervosität in eine gute Anspannung umzuwandeln", erzählte Liensberger. "Nach dem ersten Durchgang war ich dann befreit, weil ich gewusst habe, ich kann mir nichts vorwerfen."

In der Entscheidung ging es für Vlhova von Platz sechs nicht mehr nach vorne. Hätte allerdings Shiffrin gewonnen, hätte sich die auch die Kugel gekrallt. Liensberger habe daher gewusst, "dass ich gewinnen muss". Die Wertigkeit ihrer Erfolge in dieser Saison könne man schwer beschreiben. "Ich vergleiche nicht gern. Erfolge sind etwas Schönes, wenn man auf etwas hinarbeitet, was erreichen will. Ich habe mir natürlich Ziele gesetzt. Die WM hat schon einen sehr hohen Stellenwert gehabt, aber die ganze Saison zeigt einfach die Konstanz und die Ausdauer und das Durchhaltevermögen." In Cortina d'Ampezzo hatte Liensberger im Februar WM-Gold im Slalom und im Parallelbewerb gewonnen.

Vlhova freute sich über die erste große Kristallkugel überhaupt für ihr Heimatland. "Das bedeutet eine Menge, weil ich Geschichte geschrieben habe", sagte die 25-Jährige. "Den Gesamtweltcup zu gewinnen, war mein Ziel in dieser Saison - und wir haben es geschafft. Es ist sehr schwierig, die ganze Zeit auf einem Level zu sein, wenn man alles fährt wie ich. Aber auch wenn ich nicht gut gefahren bin, habe ich immer um die Kugel gekämpft. Jetzt stehe ich am Ende hier. Das ist überragend für mich und auch für mein Land." Vlhova liegt 136 Punkte vor Lara Gut-Behrami und kann im letzten Rennen nicht mehr von der Schweizerin überholt werden.

Aus österreichischer Sicht fuhren Katharina Gallhuber (+3,86) als 12. und Chiara Mair (+3,92) als 13. ebenfalls in die Punkteränge. "Es war wirklich wie eine Achterbahnfahrt. Ich bin sicher sehr gewachsen dadurch, es war nicht ganz einfach", resümierte Gallhuber ihre Saison. Die Niederösterreicherin schaffte im Finale hinter Liensberger und der aufstrebenden Slowenin Andreja Slokar die drittbeste Laufzeit. Franziska Gritsch schied im ersten Durchgang aus, Katharina Huber im zweiten.

Liensberger wird auch den Gesamtweltcup als beste Österreicherin abschließen. Derzeit liegt sie auf dem fünften Platz, der ist aber im Riesentorlauf am Sonntag durch die Italienerinnen Marta Bassino und Federica Brignone noch gefährdet. Die Kugel in der Disziplin hatte sich Bassino bereits vor zwei Wochen in Jasna gesichert.

Eine andere Fixgröße aus dem italienischen Team beendete am Samstag ihre Karriere: Irene Curtoni (35) verabschiedete sich im zweiten Durchgang mit einem Einfädler kurz vor der Ziellinie.

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