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Ski Alpin

Kriechmayr bekam grünes Licht für die Abfahrten

Von OÖN   14. Januar 2022 00:04 Uhr

Kriechmayr bekam grünes Licht für die Abfahrten
Vincent Kriechmayr gewann 2019 die klassische Lauberhorn-Abfahrt.

WENGEN. Sondergenehmigung für den Weltmeister nach Rang neun im Wengen-Super-G

Vincent Kriechmayr darf nach dem Super-G, den er gestern auf dem neunten Rang beendete, heute (12.30 Uhr, ORF 1) und am Samstag (12.30 Uhr, ORF 1) auch die beiden Ski-Weltcup-Abfahrten in Wengen bestreiten. Der Doppel-Weltmeister aus Gramastetten erhielt am Nachmittag eine Sondergenehmigung der Jury.

Der 30-Jährige war nach Absitzen seiner Corona-Quarantäne erst am Mittwoch um 23 Uhr im Hotel in der Schweiz angekommen, zuvor hatte er die beiden Trainingsläufe verpasst.

Laut FIS-Regulativ ist das Antreten in zumindest einem "Heat" Bedingung für einen Rennstart. Auch wenn Kriechmayr dieses Kriterium nicht erfüllt, bekam er in der Mannschaftsführersitzung grünes Licht. Es gebe keine Regel, wonach ein Rennläufer volle Trainingsläufe hinter sich bringen müsse. Er müsse nur auf der Liste stehen und aus dem Starthaus fahren, dann könne er den Lauf sofort abbrechen. Kriechmayr werde demnach heute um 9.45 Uhr vom Originalstart der Lauberhorn-Abfahrt auf die Strecke gehen, sagte Markus Waldner. Danach werde er sofort abstoppen und das Rennen mit der Startnummer sieben in Angriff nehmen.

"Wir haben nicht so entschieden, weil es Herr Kriechmayr ist, der ein Weltmeister ist und hier gewonnen hat. Wir würden für jeden Läufer so entscheiden, weil wir in sehr komplizierten Covid-Pandemie-Zeiten leben", erklärte Waldner, der von Trainern anderer Nationen deswegen kritisiert wurde. "Wir wollen vermeiden, dass ein Läufer nicht starten kann wegen diesem verdammten Covid."

Kriechmayr hatte 2019 die klassische Lauberhorn-Abfahrt, die die längste im Skizirkus ist, für sich entschieden, im gestrigen Super-G, den der Schweizer Weltcup-Führende Marco Odermatt gewann, lief es für den Oberösterreicher nicht nach Wunsch.

Dem geimpften Kriechmayr hatten wegen der Quarantäne Trainingskilometer gefehlt, der Gewinner der kleinen Kristallkugel in dieser Disziplin suchte aber – wie man das von ihm kennt – keine Ausreden, sondern zeigte sich demütig. "Ich habe gut geschlafen und mich gut gefühlt. Ich habe ein paar Mal die Spur verloren, das war mein Fehler", sagte Kriechmayr, der erst am Mittwoch die Reiseerlaubnis bekommen hatte. "Ich verstehe die Behörden, dass sie für mich keine Ausnahme machen", betonte Kriechmayr: "Ich bin froh, dass ich fahren durfte. Besser Rennen bestreiten als daheimsitzen." Jetzt gibt es eine unverhoffte Zugabe.

Kriechmayr bekam grünes Licht für die Abfahrten
Super-G-Sieger Odermatt

"Es ist schon unheimlich"

Derzeit dreht sich im Berner Oberland alles um "Heimspiel-König" Marco Odermatt, der schon sechs Saisonsiege zu Buche stehen hat. "Es ist schon unheimlich und ein bisschen unglaublich, wie es läuft", sagte der 24-Jährige, der in Wengen vor Aleksander Aamodt Kilde (Nor) und dem Kärntner Matthias Mayer die Oberhand behielt. Am vergangenen Samstag hatte er im Adelboden-RTL triumphiert.

Eine Ära geht indes zu Ende: Der Schweizer Carlo Janka (35), Gesamt-Weltcupsieger 2009/10, Olympiasieger, Ex-Weltmeister und Gewinner von elf Weltcuprennen, wird wegen anhaltender Rückenprobleme nach den Wengen-Abfahrten seine Karriere beenden.

Hirscher in Kitzbühel, aber nicht im Renneinsatz

Die Gerüchteküche brodelt, doch beim angeblichen Kitzbühel-Start von Marcel Hirscher am Sonntag in einer Woche soll es sich um eine klassische Falschmeldung handeln. Als „Blödsinn“ bezeichnete Van-Deer-Geschäftsführer Dominic Tritscher Medienberichte, wonach der Ex-Ski-Star im Slalom als Vorläufer antreten könnte. Sponsortermine plant der achtfache Weltcup-Gesamtsieger kommende Woche in der Gamsstadt aber wahrzunehmen. Tritscher las die Nachrichten angesichts der Gratis-Werbung für die junge Ski-Marke „Van Deer“ mit einem Schmunzeln. „Marcel soll ja mittlerweile auch in Schladming als Vorläufer am Start sein, er wird so gesehen sicher der Vorläufer des Jahres.“

Zum aktuellen Kernteam der Firma zählen sechs Personen, Ferdinand Hirscher wird nach seinem Abschied vom ÖSV „dem Familienunternehmen beitreten“, sagte Tritscher: „Das ist und war immer die logische Konsequenz.“

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